Besonders schlimm sind die Kommentare.

"Loch ist Loch" – mit dieser gar nicht mal so zweideutigen Aussage und einem Foto macht der Lidl gerade bei Facebook Werbung für Bagels und Donuts. Das Problem:

Lidl macht Werbung mit einer frauenverachtenden Aussagen und feiert sich dafür auch noch. 

Es geht um dieses Bild: Ein Donut, ein Bagel, Hefegebäck mit Loch in der Mitte. 

(Bild: Facebook/Lidl )

Der Satz dazu bedeutet allerdings eigentlich so viel wie: Es ist egal, mit welcher Frau man geschlafen hat, hauptsache man hatte Sex. Und spielt darauf an, dass eine Vagina am Ende eine Vagina ist, unabhängig vom Rest der Frau. Okay. Also nicht okay, weil die Aussage Frauen verachtet.

Nun könnte man meinen, dass Lidls Social-Media-Redaktion das irgendwann merkt. Stattdessen kommentieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lidl fleißig unter dem Beitrag und lassen sich für ihre Idee feiern.

Es gibt solche Kommentare wie diese hier:

(Bild: Facebook/Lidl)
(Bild: Facebook/Lidl)

Aber noch viel öfter feiern Nutzerinnen und Nutzer den Spruch:

(Bild: Facebook/Lidl)

Wer darüber nicht lacht? Humorlos!

(Bild: Facebook/Lidl)

Nur ein dummer Spruch? Nein, es ist nicht ganz so einfach.

Die Werbung feiert einen frauenverachtenden Witz. Lidl macht Frauen zu Objekten und toleriert, dass Menschen diese Aussage weiterverbreiten und darüber lachen. Der Beitrag vermittelt, dass es schon in Ordnung ist, so über Frauen zu sprechen. Ist ja nur ein Witz!

So funktionieren viele Witze über Frauen und sogenannte "Randgruppen": Was hängenbleibt, sind Klischees und Vorurteile, die für den Witz verwendet werden. So wie Blondinenwitze dazu führen, dass Menschen blonde Frauen häufig als dumm bezeichnen.

Der Lachforscher Rainer Stollmann sagt, worum es bei solchen Witzen eigentlich geht: "Neunzig Prozent davon sind unmöglich, dahinter verstecken sich die verletzten Machos und Patriarchen, die teilweise pathologische Angst vor der Frauenbewegung und der Weiblichkeit haben und diese kleinhalten wollen". (Süddeutsche

Also, Lidl, geht's noch?


Du willst dich mit mir darüber streiten? Gerne bei Twitter oder per Mail an julia.rieke@bento.de



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