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Die geplante Reform in 5 Punkten

Bei 250 Euro liegt derzeit der maximale Wohnzuschlag beim Bafög, der staatlichen Unterstützung für Schüler und Studierende in Deutschland. Ein Zimmer kann man sich davon in den wenigsten Städten leisten, oft reicht es nicht einmal für die halbe Miete. Bildungsministerin Anja Karliczek will jetzt gegensteuern – und Bafög sowie Wohnzuschlag deutlich anheben. Davon sollen in Zukunft auch mehr Studierende profitieren. (Berliner Morgenpost)

Welche Probleme gibt es?

Die Mieten in Großstädten steigen, immer mehr junge Leute studieren, während immer weniger von ihnen Bafög erhalten. Gleichzeitig müssen viele neben dem Studium jobben, um ihre Miete bezahlen zu können – rund ein Drittel der Studierenden könnte sich ohne Nebenjob nicht über Wasser halten. In den vergangenen Jahren ist eine Schieflage entstanden, welche die Bildungsministerin jetzt ausgleichen will. 

Was plant die Regierung deshalb mit dem Bafög und Wohnzuschlag?

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat konkrete Vorschläge gemacht, wie sie das Bafög verbessern möchte. Dafür soll bis 2021 eine Milliarde Euro ausgegeben werden. In einem Eckpunktepapier nennt sie konkrete Vorschläge, wie sie die Zahl der Empfänger steigern und die Leistungen erhöhen will:

  • Der Wohnzuschlag für Bafög-Empfänger, die nicht bei ihren Eltern wohnen, soll von 250 Euro auf 325 Euro steigen.
  • Der Bafög-Höchstsatz soll von derzeit 735 Euro auf 850 Euro pro Monat steigen – und auch Studierende, die nicht den Höchstsatz bekommen, sollen mehr Geld erhalten.
  • Familien, die bislang knapp über der Anspruchgrenze des Bafög liegen, sollen künftig entlastet werden: Die Einkommensfreibeträge sollen um neun Prozent angehoben werden.
  • Bafög-Empfänger dürfen in Zukunft mehr Vermögen anhäufen – wer derzeit mehr als 7500 Euro an Vermögen besitzt, hat keinen Anspruch auf Unterstützung vom Staat. Dieser Wert soll bis 2020 auf 8200 Euro steigen.
  • Studierenden soll die Angst genommen werden, das Geld später nicht zurückzahlen zu können: Wer den Darlehensanteil des Bafög trotz nachweisbaren Bemühungen innerhalb von 20 Jahren nicht zurückzahlen kann, dem sollen die Restschulden erlassen werden.

Die Entscheidung für oder gegen ein Studium dürfe nicht an finanziellen Hürden scheitern, sagte Bildungsministerin Karliczek der "Berliner Morgenpost". Nächstes Jahr im Frühjahr soll das Gesetz fertig sein und ins Kabinett kommen. Im Herbst soll die Reform dann in Kraft treten.


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