Bild: dpa/Britta Pedersen
Was sie sagten – und was wirklich stimmt

Die Meldung klang zu eindeutig, als dass die AfD nicht nicht reagieren konnte. Auf Twitter warb der hessische Landesverband dafür, nun endlich deutschen Soldaten "den Rücken zu stärken". Im offiziellen Mitgliedermagazin "AfD kompakt" war von einem "Tiefpunkt" die Rede.

Was war passiert? 

Zwei Soldaten wurden auf dem Weg in die Kaserne angeblich als "Nazis" beschimpft und zusammengeschlagen. Die Täter sollen "arabisch-orientalischen Hintergrund" gehabt haben, will die AfD wissen.

Nun stellt sich heraus: Es gab nie einen Angriff, die Soldaten hatten den Vorfall erfunden.

Was die Soldaten gesagt hatten:

Die beiden 19-Jährigen hatten angegeben, einer von ihnen sei am vergangenen Mittwoch in Bad Hersfeld von drei Männern mit den Worten "Nazi", "Hurensohn" und "Kindermörder" beleidigt und bespuckt worden, während dieser auf seinen Kameraden wartete. Als der dann kam, seien die Männer auf beide losgegangen und hätten sie niedergeschlagen.

Die angeblichen Täter hatten beide mit "schwarzen kurzen Haaren" und "stark gebräunter Haut" beschrieben. Einer habe ein dickes Goldkettchen um den Hals getragen. 

Die "Hersfelder Zeitung" hatte als Erstes über den Fall berichtet. Vor allem rechte Blogs und AfD-Kanäle hatten die Meldung danach aufgegriffen. Auch der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber hatte sich über den angeblichen Angriff empört.

Was wirklich stimmt:

Die Bundeswehrsoldaten haben den Angriff offenbar nur vorgetäuscht. Das sagt jetzt die Polizei in Fulda. Die hatte nach den Anschuldigungen die Ermittlungen aufgenommen – und bemerkt, wie sich die Soldaten in Widersprüche verwickelten. (Hessenschau)

Einer der Soldaten hatte schließlich zugegeben, dass es nie Täter gegeben hatte. Stattdessen hätten sie sich die Verletzungen selbst zugefügt. Und warum? Beide waren zu spät zum Dienstantritt. Um nicht bestraft zu werden, erfanden sie kurzerhand den Angriff.

Die beiden 19-Jährigen müssen sich nun wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat verantworten.

Bereits 2017 war eine andere Täuschung bekannt geworden: Franco A., ein rechtsextremer Bundeswehr-Offizier, hatte ein Doppelleben als syrischer Flüchtling geführt und so einen Anschlag geplant.


Grün

Hitzerekorde, Ernteausfälle, Wassermangel – warum das erst der Anfang ist
Forscher warnen: Schon bald könnten diese Dinge normal sein.

Seit Wochen klettern in Europa die Temperaturen auf dem Thermometer, auch in Deutschland liegen die Marken vielerorts seit Tagen über 30 Grad Celsius. Und der Deutsche Wetterdienst sagt: Das wird auch noch mehrere Tage lang so bleiben.

Die große Hitze bringt jede Menge Probleme mit sich: Dürre, Ernteausfälle, Waldbrand-Gefahr und Wassermangel.

Nun sagen Klimaforscher: Das ist nicht einfach nur ein sehr heißer Sommer. Das ist das, was uns dank des Klimawandels nun oft blüht.