In Dänemark sollen Eltern, die auch nachts arbeiten müssen, in Zukunft vom Staat Geld für den Babysitter bekommen. Ärztinnen, Taxifahrer, Krankenpfleger, Polizistinnen und viele andere Berufsgruppen werden damit finanziell entlastet. Etwa 670.000 Euro könnte das im Jahr kosten. 

Der Plan ist Teil einer Reform der dänischen Sozialministerin Mai Mercado. Alle, die regelmäßig außerhalb der Kindergarten-Öffnungszeiten arbeiten, kommen demnach in den Genuss der Förderung. 

"Die Familie soll die Möglichkeit haben, dass ihr Kind von jemandem beaufsichtigt wird, bei dem es sich sicher fühlt", sagte Mercado. Und: "Das kann die Oma sein, aber auch ein Kindermädchen." (Tagesschau)

Insgesamt will Dänemark in den kommenden Jahren bis zu 78 Millionen Euro für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgeben. 

Die Pläne gehen weit über die Empfehlungen der europäischen Union hinaus: Die neue Sozialcharta der europäischen Kommission empfiehlt den EU-Mitgliedsstaaten lediglich die Schaffung besserer Rechte für alle EU-Bürger, etwa durch faire Löhne oder bessere Ausbildung. (Zeit)

Warum Dänemark so viele Babys bekommt

Auch in Deutschland arbeiten viele Menschen nachts. In einer Umfrage von 2013 gaben über ein Viertel der Erwerbstätigen an, gelegentlich zwischen 22 und 6 Uhr im Job zu sein (Statista). 

Die Kinderbetreuung in Deutschland ist ein schwieriges Thema: Einerseits schaffen es die Kommunen meist nicht, genügend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen. Andererseits werden viele der Angebote zur Finanzierung von privater Betreuung nicht genutzt. Zum Beispiel machten 2013 nur etwa die Hälfte aller Familien ihre Babysitter beim Finanzamt geltend – und verschenkten damit Geld. (Zeit)

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