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Ein Tampon ist praktisch. Ein Tampon ist diskret. Ein Tampon ist manchmal gefühlt lebensrettend. Eins ist ein Tampon aber bestimmt nicht: ein Luxusprodukt.

Und deshalb schafft Australien nun auch die Steuer ab, die Damen-Hygieneartikel als solche wertet. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde am Montag im australischen Senat verabschiedet. (Mashable)

Seit dem Jahr 2000 werden in Australien Produkte wie Tampons, Binden oder Menstruationstassen mit einer Waren- und Dienstleistungssteuer von zehn Prozent belegt. Denn laut Definition der Regierung handelt es sich bei diesen Dingen um "nicht-notwendige Artikel". Das macht die ohnehin schon kostspielige Anschaffung für Frauen noch einmal teurer. Andere Drogerie-Artikel wie Kondome, Gleitmittel oder Sonnencreme hingegen werden nicht besteuert.

In Australien gibt es gegen die ungerechte Steuer seit Jahren Proteste. Eine Petition namens "Hört auf, meine Periode zu besteuern" bekam 2015 100.000 Unterschriften zusammen.

Die Labor-Partei versprach daraufhin, die Steuer abzuschaffen – der Gesetzesentwurf wurde nun aber von den australischen Grünen eingebracht. Dahinter steckt Senatorin Janet Rice, die die Tampon-Steuer als Diskriminierung von Frauen sieht. (Australisches Parlament)

Wenn es Cis-Männer wären, die wegen einer natürlichen Körperfunktion jeden Monat Sanitärprodukte brauchten, wäre es unwahrscheinlich, dass dieselbe Steuer erhoben würde.
Janet Rice im Senat

Nun muss das Gesetz noch eine letzte Hürde nehmen: Nach dem Senat müssen auch die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten und Territorien Australiens zustimmen, dass die Luxussteuer auf Hygiene-Artikel abgeschafft wird.

Doch auch dort gibt es hoffentlich genug Menschen, die verstehen, dass ein Tampon in vielen Fällen durchaus ein sehr notwendiger Artikel ist.


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Fan-Zone für Vielfalt und Minderheiten in St. Petersburg wird plötzlich abgesagt
Eine Nacht vor der Eröffnung.

Das "Diversity House" in St. Petersburg und Moskau war eigentlich dazu gedacht, während der Fußball Weltmeisterschaft 2018 in Russland einen sicheren Anlaufpunkt für Minderheiten und Interessierte zu bieten. Hier sollte ohne Angst vor Diskriminierung in Ruhe Fußball geguckt werden können. Es sollte außerdem über Vielfalt und Gleichberechtigung aufgeklärt werden. (Fare Network

Nur eine Nacht vor seiner Eröffnung wurde das Projekt "Diversity House" in St. Petersburg gestoppt. Angeblich, weil der Vermieter abgesprungen ist.