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Das Geld geht zum größten Teil ausgerechnet an europäische Firmen.

“Wir geben der EU jede Woche 350 Millionen Pfund: lasst uns das Geld lieber für den Nationalen Gesundheitsdienst ausgeben." Mit diesem Satz warben vor dem entscheidenden Referendum die Brexit-Befürworter in Großbritannien. Der Satz war eine Lüge, die Zahl ausgedacht, das wurde den Briten spätestens nach der Abstimmung klar.

(Bild: Getty Images/Jack Taylor)

Auch drei Monate vor dem Brexit Ende März sind die Umstände des britischen Austritts noch unklar. Selbst ein sogenannter harter Brexit ist noch möglich. Dann würde Großbritannien aus der EU austreten, ohne ein Übergangsabkommen mit der EU geschlossen zu haben. Nach und nach wird jetzt klar, wie viel Geld das die Briten kosten würde.

Was ist neu?

So hat die britische Regierung für den Fall eines harten Brexits Fähren im Wert von 108 Millionen Pfund gechartert. Das sind knapp 120 Millionen Euro. Dadurch soll das zu erwartende Grenzchaos im Ärmelkanal abgemildert werden, falls es zu einem "harten Brexit" kommt. Das berichten unter anderem die BBC und der Guardian. Bei einem "harten Brexit" wird es Grenzkontrollen zwischen Großbritannien und den EU-Staaten geben. Das könnte zu langen Schlangen an den Grenzen führen.

Die Details:

  • Die Fähren sollen in den ersten Tagen nach dem Austritt Lastwagen zwischen dem französischen Calais und dem englischen Dover transportieren.
  • Derzeit transportieren Schiffe rund 16.000 Lastwagen pro Tag, der Grenzverkehr dürfte aufgrund von intensiveren Kontrollen wesentlich länger dauern. Die Schiffe sollen chaotische Zustände verhindern.
  • Das britische Transportministerium fürchtet Rückstaus und auch "Lieferverzögerungen von kritischen Gütern".

Die Reaktionen der Opposition:

  • Die Liberaldemokraten kritisierten die Verträge als "völligen Wahnsinn".
  • Sir Vince Cable, Sprecher der Liberaldemokraten, sagte, die britische Regierung gebe öffentliche Gelder für waghalsige Manöver aus, um sich in letzter Minute noch auf einen harten Brexit vorzubereiten.
  • Besonders übel findet er, dass ein Großteil des Geldes an europäische Firmen gehe und nicht an britische. Das mache Großbritannien zu einer "Lachnummer".
  • BBC und "Guardian" berichten, dass französische, dänische und britische Firmen die Aufträge erhalten hätten.
  • Eloise Todd, Anführerin der Kampagne "Best for Britain", die sich für ein zweites Referendum ausspricht, sagte; "Die Wahrheit ist, dass ein Austritt ohne Deal nicht unausweichlich ist." Die Bürger seien seit dem Referendum 2016 vom Brexit-Prozess ausgeschlossen gewesen. Es sei Zeit, sie wieder zu beteiligen und sie ihre Zukunft entscheiden zu lassen.

Einigt sich das Königreich nicht mit der EU, würde es aus allen EU-Institutionen fliegen. Insgesamt hat die britische Regierung bis zu zwei Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro) für einen solchen "harten Brexit" eingeplant (Guardian). Das heißt: Im Extremfall könnten britische Flugzeuge vorerst keine europäischen Flughäfen mehr ansteuern. Es würden Engpässe bei Medikamenten, Fleisch und anderen Waren drohen. Die Wirtschaft würde geschwächt, die Preise von Immobilien verfallen, das Pfund abstürzen. (SPIEGEL ONLINE)

Vor Weihnachten war Premierministerin Theresa May daran gescheitert, das mit der EU verhandelte Austrittsabkommen vom Parlament absegnen zu lassen. Was nun passiert, ist unklar. Sogar ein zweites Referendum oder der "harte" Austritt ohne vorherige Einigung mit der EU scheinen möglich.

Laut Plan soll Großbritannein die EU am 29. März 2019 verlassen. Die britische Regierung könnte aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs den Brexit allerdings noch stoppen – auch ohne Zustimmung der EU.


Streaming

Barack Obama verrät uns seine Filme, Bücher und Songs des Jahres ❤️
Hier ist die präsidiale Playlist – und alles für deinen Obama-Kino-Abend

Wenn ein Durchschnittsmensch seine Lieblingsfilme und -songs des Jahres 2018 bei Facebook verkündet, gibt es ein paar Likes, vor allem von Mama und diesem einen Kommilitonen, der eh alles mag. Wenn aber Ex-US-Präsident Barack Obama das tut, ist alles anders. Wie jedes Jahr kurz vor Silvester hat Obama auf seiner Facebook-Seite eine Liste veröffentlicht, die zeigt, was er besonders gerne geschaut, gelesen und gehört hat.

Die Bilanz: Nach gerade mal 20 Stunden wurde der Beitrag fast 40.000 mal geteilt, 135.000 Likes gab es obendrauf. Ganz offensichtlich kommt der Mann immer noch gut an.

Das kann auch daran liegen, dass Barack Obama für einen Mann Mitte 50 einen ziemlich hippen Geschmack hat. Oder weil der Unterschied zu Donald Trump einfach so verdammt krass ist. Der hat bislang noch keine Liste mit seinen Lieblingsbüchern veröffentlicht. Deswegen haben wir uns die Listen von Barack Obama mal genauer angeschaut.

Das sind Obamas Lieblings-Songs aus 2018: