Bild: ATTN

"Wenn du wüsstest, dass", oder "Eigentlich ist es ja so, dass …" – vielen Frauen kommen diese Halbsätze vor allem deshalb bekannt vor, weil ein Mann damit unaufgefordert versucht hat ihnen die Welt zu erklären. Einfach, weil er es kann.

Mansplaining: When a man explains something to a woman in a patronizing way

Das Phänomen, das den meisten Frauen schon einmal widerfahren ist, nennt sich Mansplaining. Eine Person – in der Mehrheit der Fälle eine Frau – die sich auf einem Gebiet gut auskennt und keine Hilfe braucht, bekommt von einem Mann trotzdem einen monologartigen Vortrag zu einem bestimmten Thema, von dem dieser gar nicht mehr Ahnung hat als sie, vielleicht sogar weniger.

Der Neologismus aus "man" und "explain" wurde in Australien vom Macquarie Dictionary, dem Wörterbuch für australisches Englisch, zum Wort des Jahres 2014 erklärt. Im vergangenen Jahr tauchte mansplaining in der Onlineedition der Oxford Dictionaries auf. (taz)

In acts of mansplaining, a man assumes he knows more about a topic than a woman.

ATTN, eine neues Medium für Gesellschaftspolitik, hat jetzt ein Video herausgebracht, das das oftmals vorschnell bagatellisierte Delikt im Onlinediskurs anhand konkreter Beispiele aufzeigt. Das Video wurde in den letzten 24 Stunden mehr als 100.000 Mal in den sozialen Netzwerken geteilt.

Auch hier auf bento gibt es immer wieder schöne Beispiele, die mansplaining belegen. Wie hier zum Thema Elternwerden, wo ein User unserer Kolumnistin Tipps zum Muttersein gibt:

Seit der Begriff geläufiger geworden ist, wird "Mansplaining" gerne falsch verstanden: Männer sollen doch bitte generell lieber den Mund halten. Darum geht es aber nicht. Der Vorwurf des "Mansplainings" richtet sich an jene, die ständig unerbetene Ratschläge geben.

Studien zeigen, dass Frauen in Gesprächen öfters unterbrochen werden als Männer. Kieran Snyder, CEO eines Tech Start-Ups, hat sich mit dem Effekt von Gender auf Sprachgewohnheiten auseinandersetzt und wenig Erstaunliches feststellen müssen.

So schreibt etwa die New York Times über ihre Studie: "Over the course of a four-week period, she sat in on dozens of meetings in her office, observing a total of 900 minutes of conversation. She tallied 314 interruptions – an average of one every two minutes and 51 seconds – and discovered that men not only interrupted twice as often as women, but were nearly three times as likely to interrupt women as they were to interrupt other men."

Natürlich bringt Mansplainer nichts mehr auf die Palme als ein Video über Mansplaining.

When a group of people collectively agree that something limiting and frustrating is happening to them — in this case, dealing with being interrupted or patronized — why is it so hard for people not in that group to just, oh, I don’t know… LISTEN?
Scarymommy

Wir sind jedenfalls mit den Machern und Macherinnen des Videos d'accord.


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