Bild: dpa/Irum Asim
Hey Seehofer, sie hat schon 63.000 Unterschriften gesammelt! 💪

Hibba Kauser ist 19 Jahre alt und will ein Menschenleben retten. Indem sie Innenminister Horst Seehofer dazu bringt, dass eine in Pakistan verfolgte Christin Asyl in Deutschland bekommt. Dafür macht sich die Schülerin auf Offenbach derzeit mit einer Petition stark.

Es geht um die Pakistanerin Asia Bibi, der in Pakistan der Tod droht. Mehr als 63.000 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben.

Hibbas Wurzeln liegen in Pakistan – ihre Eltern waren 1999, vor ihrer Geburt, aus religiösen Gründen nach Deutschland geflohen. Das Schicksal von Asia Bibi geht ihr entsprechend nahe. In ihrer Petition auf change.org schreibt sie:

„Es kann nicht sein, dass eine Frau aufgrund ihrer Religion mit dem Tod bestraft werden soll.“

Wer ist Asia Bibi?

Die Katholikin war 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung in Pakistan zum Tode verurteilt worden und saß knapp neun Jahre in der Todeszelle. Kürzlich wurde sie freigesprochen – im Land kam es deshalb zu wütenden Protesten, die Regierung knickte ein und will den Fall neu aufrollen. Nun hofft Bibi auf Asyl im Ausland. 

Eine der wenigen Aufnahmen von Asia Bibi.

(Bild: dpa/EPA)

Pakistan wird mehrheitlich von Muslimen bewohnt, ein umstrittenes Gesetz verbietet es, den Islam zu beleidigen. Immer wieder nutzen Islamisten es, um gegen Minderheiten Stimmung zu machen. Die Politik möchte das Blasphemiegesetz eigentlich abschaffen, kommt aber gegen die religiösen Fanatiker im Land kaum an. (SPIEGEL ONLINE)

Welche Chancen hat Asia Bibi?

Das Auswärtige Amt steht mit der pakistanischen Regierung im Gespräch. Auch andere europäische Länder zeigen sich einem Asylgesuch gegenüber aufgeschlossen. Passiert ist bislang allerdings nichts.

Mit der Petition hofft die Offenbacher Schülerin Hibba nun, den Druck zu erhöhen. 

„Bitte Herr Seehofer, schließen Sie sich uns an und holen Asia Bibi nach Deutschland!“

Über die vielen Unterschriften war sie "ziemlich überrascht", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Seit rund zwei Wochen ist die Petition online, etwas mehr als 10.000 Stimmen fehlen noch bis zum Ziel von 75.000 Unterschriften. 

Nur vom Bundesinnenministerium habe sie bisher noch keine Reaktion erhalten, sagt Hibba.


Grün

Macron plant Klimasteuer – also blockieren Hunderttausende die Straßen in ganz Frankreich
Was hinter dem Massenprotest steckt – und warum es für Macron gefährlich wird.

Frankreich ist ein Land der Demonstrantionen. Sobald die Regierung etwas plant, geht jemand dagegen auf die Straße. Für gewöhnlich sind es die Gewerkschaften, die Oppositionsparteien oder die Linken, denen irgendetwas nicht passt.

Aber dieses Mal ist vieles anders. Denn in diesen Tagen ist es "Jacques Normalfranzose", der auf die Straße geht.

Knapp 283.000 Menschen waren laut französischem Innenministerium am Samstag demonstrieren – gegen eine geplante Steuererhöhung auf Diesel und Benzin.

Die Französinnen und Franzosen haben sich im ganzen Land organisiert, mehr als 2.000 Protestaktionen gab es nach offiziellen Angaben.

1 Was war los?

  • Die Demonstrierenden nennen sich "Gilets Jaunes", zu deutsch: Gelbe Westen. Es ist eine Anspielung auf die Warnwesten, die in Frankreich jede Autofahrerin und jeder Autofahrer dabei haben muss – und die viele bei den Protesten anhatten. 
  • Am Samstag haben sie zu Fuß Straßen, Autobahnen und Kreisverkehre im ganzen Land blockiert oder sind in Kolonnen extra langsam gefahren – so haben sie vielerorts den Verkehr lahmgelegt.
  • In Paris haben Demonstrierende zudem versucht, zum Elyseepalast zu gelangen, dem Amtssitz des Präsidenten.  

Die Polizei war mit zusätzlichen Sicherheitskräften vor Ort, an vielen Orten kam es zu Unfällen. Die Bilanz: Mehr als 400 Verletzte, darunter 14 Schwerverletze. Eine Demonstrantin starb, als eine Autofahrerin sie überfuhr. Sie war in Panik geraten, als Demonstrierende auf ihr Autodach getrommelt hatten. (SPIEGEL ONLINE)

2 Worum ging es überhaupt?

Um die Spritpreise – und die Klimapolitik von Präsident Emmanuel Macron

  1. In den vergangenen elf Monaten sind die Steuern für Diesel um 7,6 Cent pro Liter angestiegen, für Benzin um 3,9 Cent. 
  2. Für kommendes Jahr plant Macron eine weitere Anhebung – als CO2-Steuer soll der klimaschädliche Diesel stärker belastet werden.

Aber genau das geht vielen zu weit. Klimaschutz schön und gut, aber der dürfe nicht zulasten der armen Bevökerung gehen. Der Protest wurde von der 51-jährigen Jacline Mourand initiert, die ein wütendes Viralvideo gegen Macron aufgenommen hatte. Mehr als sechs Millionen Menschen haben es angeklickt, die Mutter wird mittlerweile als moderne Jeanne d'Arc gefeiert: