"Sie sind ganz offensichtlich ein Arschloch."


Das Kölner Mode-Label "Armedangels" produziert ökologische Mode unter fairen Bedingungen. Dafür wirbt das Label auf seiner Website mit verschiedenen Models. So weit, so normal.

Ein wütender Kunde beschwerte sich nun aber bei "Armedangels" über eines der Models im Online-Shop. Sein Problem: Das Model ist schwarz.

Achtung: In diesem Text wird jemand zitiert, der diskriminierende Ausdrücke verwendet.

"Sie sind offensichtlich ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Köln. Warum werben Sie auf Ihrer Website dann bitte mit ekelhaften Negern?", schreibt der wütende Mann in seiner E-Mail, die das Label auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat:

Achtung! Das Bild enthält textliche Inhalte, die beunruhigend und diskriminierend sind. - - - - Hallo Frau/Herr...

Posted by ARMEDANGELS on Friday, September 7, 2018

Eine Antwort auf die rassistische Beschwerde hat das Kölner Label in seinem Posting direkt mitgeliefert:

Sie sind ganz offensichtlich...: ein Arschloch. Eine Person mit rassistischen Ansichten und Einstellungen. Ihre Aussagen verurteilen wir aufs Schärfste
Armedangels

Nachrichten, in denen sich Leute über die "Kommunikation des Labels" beschweren erhielte man immer wieder, erklärt Martin Höfeler, CEO von "Armedangels", gegenüber bento. "Das ist vollkommen in Ordnung – und wir gehen sehr offen mit konstruktivem Feedback um. Für uns ist es allerdings nicht mehr in Ordnung, wenn man unsere Werte angreift."

Das Mode-Label stehe für Respekt, Menschlichkeit und Toleranz. Werte, mit denen der wütende Kunde scheinbar ein Problem habe.

Es ist an uns, für unsere Werte einzustehen
Martin Höfeler, CEO von "Armedangels"

Deshalb habe sich das Label in diesem Fall auch dazu entschieden, die Nachricht zu veröffentlichen. "Gerade jetzt, wo rassistische Anfeindungen keine Einzelfälle sind, haben wir beschlossen, eine dieser Mails an die Öffentlichkeit zu bringen", sagt Höfeler.

"Armedangels" wolle so zeigen, wie aktuell Diskriminierung und Rassismus auch heute sind. "Das geht uns alle an und es ist an uns, für unsere Werte einzustehen. Der Post sollte genau das zeigen", so Höfeler.

Tausende Nutzer reagierten auf den Post von "Armedangels".

Mittlerweile hat das Foto der E-Mail knapp 9.000 Likes und wurde über 700 Mal kommentiert. Die meisten Nutzer loben das Label für die klare Antwort:

"Das ist mal Stellung nehmen, Respekt", schreibt ein Facebook-Nutzer. Und eine Nutzerin kommentiert: "Vielen Dank für Ihr Engagement! Es ist so wichtig, dass sich Firmen für die Gesellschaft engagieren, in der sie leben möchten!"

"Armedangels" kündigte in seinem Facebook-Post außerdem an, den Account des Kunden zu sperren, sollte dieser tatsächlich im Online-Shop des Labels registriert sein. "Wir können sehr gut auf Kunden wie Sie verzichten", hieß es am Ende des Postings.


Gegenüber bento bestätigte das Label nun, dass es sich bei dem Pöbeler nicht um einen registrierten Kunden handelte.

Durch den Facebook-Post hat das Label klar gemacht, wie schnell und entschlossen es auf rassistische Pöbeleien reagiert. Und wird hoffentlich auch zukünftig nicht mehr auf neue Kunden mit rassistischen Ansichten reagieren müssen.


Today

Fußballspieler zeigen auf Mannschaftsfoto den Hitlergruß – der Verein wirft sie raus
Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Der SC 1920 Myhl hat sieben Spieler seiner Fußballmannschaft aus dem Verein geworfen, weil sie auf einem Mannschaftsfoto den Hitlergruß gezeigt haben. Der Verein distanzierte sich deutlich von der Aktion.