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Und der Grund ist noch gruseliger als das Vorhaben selbst.

Der US-Bundesstaat Arkansas braucht gerade Freiwillige. Am besten 48 Personen bis Mitte April. Sie müssen keine besonderen Qualifikationen mitbringen und auch keine schwere Arbeit verrichten. Eigentlich müssen sie nur zuschauen.

Zuschauen, wie der Staat Arkansas in zehn Tagen im April insgesamt acht Männer hinrichtet.

Konkret geht es um den Tod per Giftspritze. Arkansas hat mehrere verurteilte Kandidaten, die auf die Todesstrafe warten. Freiwillige sollen nun vor allem in Wohltätigkeitsclubs gefunden werden (Arkansas Online).

Die Eile hat einen Grund: Die Giftspritze wird unter anderem mit dem Wirkstoff Midazolam verabreicht. Es ist der erste von drei Mitteln, die nacheinander gespritzt werden. In Arkansas neigen sich nun jedoch die Bestände. Ende April läuft für das vorrätige Midazolam das Verfallsdatum ab. Also will es der Staat schnell noch "nutzen".

Todesstrafen dürfen in Arkansas nicht einfach so vollstreckt werden – für jede Exekution müssen unbeteiligte Zeugen anwesend sein.

Insgesamt sieben US-Bundesstaaten haben diese "Bürgerzeugen"-Regel. Mindestens sechs Unbeteiligte müssen der Hinrichtung beiwohnen, sie müssen über 21 und nicht vorbestraft sein. Außerdem dürfen sie den Verurteilten und seine Opfer nicht kennen (ABC News).

Beamte in Arkansas wenden sich nun speziell an den Rotary Club – der Wohltätigkeitsverein soll die Freiwilligen stellen. Die Leiterin der Behörde für Justizvollzug hatte bei einem Besuch eines Rotary-Treffens auch eine simple Begründung:

"Ihr seht nach einer Gruppe aus, die noch nicht vorbestraft ist."
Wendy Kelley laut Arkanas Online
Nicht nur die Todesstrafe an sich, auch die Art der Umsetzung ist schwer umstritten.

Midazolam soll die zu Tode Verurteilten betäuben. Mediziner sind sich jedoch einig, dass das Mittel nicht ausreicht, um Patienten komplett bewusstlos zu machen – sie würden die Todesinjektion im Anschluss also spüren.

Beim jüngsten Einsatz Anfang Dezember hatte der Todeskandidat Ronald Bert Smith Jr. 13 Minuten lang Atemprobleme und Krämpfe. Seine linke Hand presste er immer wieder zur Faust, bevor er verstarb (AL.com). Der Fall brachte neue Zweifel am Einsatz von Midazolam auf.

Auch die US-Bundesrichterin Sonia Sotomayor kritisiert den Einsatz. Todeskandidaten würden "einen schmerzlichen Tod", gänzlich abseits der gewünschten "sterilen friedlichen Situation". Sotomayor weiter: Die Giftspritze könnte in Bezug auf Hinrichtungen so "zu unserem bislang grausamsten Experiment" geworden sein.

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