Bild: ARD

Dass Frauen auf ihr Äußeres reduziert werden, ist Alltag – auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Zum Glück gibt es Journalistinnen, die darauf aufmerksam und sich für Frauen stark machen.

Zum Beispiel Kristina Dunz. Sie ist stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros der "Rheinischen Post" und war am Sonntag im ARD-Presseclub zu Gast – einer Talkshow, in der sich Journalistinnen und Journalisten über aktuelle politische Konflikte unterhalten. Thema an diesem Sonntag: "Der Fall Maaßen und die Folgen - wie lange hält die Regierung noch durch?" (Sendung in der ARD-Mediathek)

Was ist passiert?

Mit Dunz in der Runde saß auch Stephan-Andreas Casdorff, Herausgeber der Zeitung "Der Tagesspiegel", geboren 1959. Er analysierte zu Beginn der Sendung, wie sich Kanzlerin Angela Merkel in der aktuellen Debatte um den Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen verkalkuliert hat. (Mehr zur Debatte hier.)

(Bild: ARD)

Dabei ging es ihm aber nicht nur um ihr politisches Handeln – sondern auch um ihr Aussehen:

Dann schreitet Dunz ein und erklärt, was an der Aussage von Casdorff gar nicht geht: 

"Ich finde es nicht in Ordnung. In diesem Fall ist es eine Frau und da ist es sehr gerne gesehen, dass man die Kleidung bespricht, oder dass man die Falten bespricht oder wie sie dann gerade guckt oder aussieht. Finde ich nicht sehr fair, ihr die Amtszeit da so ablesen zu wollen. Wir erinnern uns an Konrad Adenauer, ich weiß nicht, ob da jemand über die Falten im Gesicht gesprochen hat. Deswegen kann sie ja trotzdem sehr gut regieren."

Man könnte meinen, damit wäre das Thema abgehakt und klar gemacht, dass Frauen in der Politik – oder wo auch immer – nicht an ihrem Aussehen bewertet werden können. Doch dann hakt Jörg Schönenborn, 54, WDR-Fersehdirektor und Mann, noch einmal nach. 

 "Ich finde das interessant – ihre Reaktion. Akzeptiere das auch, fand aber das Bild, das Herr Casdorff gebracht hat, eines, das mir sehr nahe ist. Wenn ich sie im Fernsehen sehe, frage ich mich auch bei jedem Bild, was hat sie über viele Jahre leisten müssen. Wie viel Kraft kann ein Mensch – egal ob Frau oder Mann – aufbringen."

Dann macht Dunz noch einmal klar: 

"Aber da gibt es viele Männer in der Politik, wo man nicht darauf kommt, zu sagen, der sieht ganz schön müde aus."

Erst dann geht es weiter mit der politischen Debatte.

Was ist das Problem an der Aussage der männlichen Journalisten?

Es ist absurd, wie die äußere Erscheinung einer Frau zum Thema gemacht wird. Das Problem ist trotz #Metoo-Debatte immer noch im Alltag – und in den Medien – verankert.

Den Erfolg oder Nicht-Erfolg eines Menschen kann man nicht an seinem Äußeren ablesen – egal ob bei Männern oder bei Frauen. Leider wird das bei Frauen aber immer noch viel häufiger getan. Kein Wunder, dass sich viele erst gar nicht in die Politik trauen. Nur ein knappes Drittel der Abgeordneten im deutschen Bundestag sind Frauen.


Fühlen

"Jede Frau kann einen vaginalen Orgasmus haben": Eine Sexualtherapeutin erklärt, wie es geht

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Liegt es in heterosexuellen Beziehungen daran, dass der angeblich so komplizierte weibliche Körper für Männer schwer zu verstehen ist? Oder ist es etwa anatomisch bedingt?

Nein, es ist viel simpler: Glaubt man Sexualtherapeuten, können Frauen lernen, mehr zu spüren.