Bild: Daniel Duart/dpa
Ein Zitat zeigt die ganze Misere

Die Geschichte wiederholt sich: Wieder hat das Schiff "Aquarius" gerettete Migrantinnen und Migranten an Board, wieder ist das Schiff auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Am Sonntag forderten die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée die EU-Staaten auf, der "Aquarius" einen sicheren Hafen zuzuweisen. 

Was ist passiert?

Die Helfer hatten am Freitag in zwei Einsätzen 141 Menschen in der kürzlich ausgerufenen libyschen Such- und Rettungszone gerettet. Dort sind die libyschen Behörden für die Koordinierung von Rettungseinsätzen zuständig.

Die Helferinnen und Helfer teilten mit, dass die Leitstelle in Tripolis dem Schiff keinen sicheren Ort zugewiesen habe, man wolle nun andere Leitstellen kontaktieren.

Was sagen die Retter?

Die Ereignisse von Freitag zeigten, dass die Libyer nicht in der Lage seien, Rettungsaktionen vollständig zu koordinieren, so die Organisationen. Sie warfen der Behörde außerdem vor, die "Aquarius" nicht über Seenotfälle informiert zu haben – obwohl das Schiff in der Nähe gewesen sei und Hilfe angeboten habe.

Aloys Vimard, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen, sagte:

Es war eine sehr glückliche Fügung, dass wir diese Boote in Seenot selbst gesichtet haben.

Mehr als die Hälfte der Geretteten soll minderjährig seien, 67 von ihnen waren unbegleitet unterwegs. Die große Mehrheit der Flüchtlinge stammt aus Eritrea und Somalia.

Wie geht es jetzt weiter?

Die "Aquarius" war am 1. August trotz der Schwierigkeiten bei der letzten Mission wieder vor die libysche Küste gefahren. Die italienische Regierung hatte den Seenotrettern erstmals die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Italiens radikal rechter Innenminister Matteo Salvini sagte am Samstag in einem Radio-Interview, dass das Schiff auch dieses Mal "sicher nicht" in einem italienischen Hafen anlanden werde.

Neben der "Open Arms" ist die "Aquarius" derzeit das einzige Rettungsschiff, das noch vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern nach Flüchtlingen in Seenot sucht. Die Open Arms wurde nach Darstellung der Organisation "Proactiva" allerdings am Freitag von spanischen Behörden im andalusischen Algeciras an der Abfahrt gehindert

Eine Sprecherin sagte, die Behörden wollten noch Fragen in Bezug auf die Besatzung klären. Die Organisation rechnet damit, nicht vor Montag wieder in See stechen zu können.

Mit Material von dpa


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