Zwei Fragen, zwei Antworten

Was ist passiert?

Die "Aquarius" darf in Malta anlegen. Schon wieder hatte das Rettungsschiff Geflüchtete aus dem Mittelmeer gerettet, schon wieder hatte sich tagelang kein Land bereiterklärt, die Migrantinnen und Migranten aufzunehmen. (bento)

Jetzt gibt es eine Lösung: Wie der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter mitteilte, wollen mehrere europäische Länder die Geflüchteten aufnehmen. Nach Spanien sollten 60 der 141 Migranten kommen, erklärte Sánchez. Zuvor hatte Portugal erklärt, einige der Menschen aufnehmen zu wollen. (ABC News)

Die Geflüchteten sollen nun zwischen Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Spanien aufgenommen werden, teilte die maltesische Regierung am Dienstag mit.


Warum nahm bislang kein Land die Geflüchteten auf?

Schon seit Wochen weigern sich Italien und Malta, die vor der Küste von Libyen geretteten Menschen aufzunehmen. Zuletzt forderte Italien Großbritannien auf, die Geflüchteten auf der "Aquarius" aufzunehmen – das Rettungsschiffe fahre unter der Flagge Gibraltars, also sei das Vereinigte Königreich verantwortlich für die Schiffbrüchigen. (bento)

Im Juni hatte Spanien 629 Migranten der "Aquarius" aufgenommen. Nach der neuen Rettungsaktion erklärte sich die Regierung in Madrid bislang nicht bereit, dem Schiff einen Hafen zum Einlaufen anzubieten. Ein Sprecher von Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: "Spanien ist zur Zeit gemäß internationalem Recht nicht der sicherste Hafen, weil es nicht der nächstgelegene Hafen ist."

Die jetzige Lage könne mit der von Juni "nicht verglichen werden", hieß es. Damals habe eine "humanitäre Notlage" vorgelegen, die Lage sei "sehr komplex" gewesen. Die spanische Regierung sagte nichts dazu, wie man vorgehen würde, falls sich die Lage um die "Aquarius" in den kommenden Tagen verschlimmern sollte.

Schon im Juni hatten einige Minister aber erklärt, die Aufnahme der von Italien und Malta zurückgewiesenen Rettungsschiffe durch Spanien könne nicht zur Regel werden.

Zwischenzeitlich hatte sich die katalanische Regierung bereit erklärt, die 141 Migrantinnen und Migranten aufzunehmen – dem hätte aber die spanische Zentralregierung zustimmen müssen.


Mit Material von dpa


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