Bild: Laurin Schmid/SOS Mediterranee/dpa
Wissen zum Mitreden

Das Rettungsschiff "Aquarius" darf bald vorerst nicht mehr in See stechen, um Menschenleben zu retten. Panama möchte dem Schiff die Lizenz entziehen- die italienische Regierung hatte darauf gedrängt. Das Verfahren sei bereits eingeleitet. (SPIEGEL ONLINE

Es war das letzte verbliebene private Rettungsschiff auf dem Mittelmeer.

Was ist passiert?

  • Die italienischen Behörden hätten die Panamaische Schifffahrtsbehörde (PMA) dringend aufgefordert, "Sofortmaßnahmen" gegen die "Aquarius" zu ergreifen. Das schreibt die Organisation "Ärzte ohne Grenzen", die die "Aquarius" gemeinsam mit "SOS Méditerannée" betreibt, in einer Pressemitteilung.
  • Die PMA habe darauf eine offizielle Mitteilung an den Eigner des Schiffes, Jasmund Shipping, übermittelt, in der es laut "Ärzte ohne Grenzen" heißen soll: 
Leider ist es notwendig, (die Aquarius) aus unserer Registrierung auszuschließen, weil dies ein politisches Problem für die panamaische Regierung und die panamaische Flotte darstellt, wenn diese in europäischen Häfen einläuft.
Mitteilung der Panamaische Schifffahrtsbehörde

Wenn die "Aquarius" die panamaische Flagge verliert, würde das das Schiff lahm legen (tagesschau.de).

Warum ist Italien gegen die "Aquarius"?

  • Offiziell begründet die italienische Regierung ihr Vorgehen damit, dass sich die Besatzung geweigert habe, aufgenommene Flüchtlinge an ihren Ausgangshafen nach Libyen zurückzubringen.

Tatsächlich hatte das Flüchtlings-Rettungsschiff am Donnerstag elf Menschen vor der libyschen Küste gerettet und noch weitere 47 Menschen in internationalen Gewässern. 

Die Schiffsbesatzung hatte eine Aufforderung der libyschen Behörden zurückgewiesen, die Menschen nach Libyen zurückzubringen. Zur Begründung hieß es, in Libyen seien "Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung", das Land könne nicht als sicherer Ort eingestuft werden. (SPIEGEL ONLINE)

Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte, diejenigen anzeigen zu wollen, die illegale Einwanderung begünstigten. Er warf der "Aquarius" vor, nicht mit der libyschen Küstenwache kooperiert zu haben. "Für diese Herren (der 'Aquarius') bleiben die italienischen Häfen geschlossen", so Salvini. Stattdessen sollen die Flüchtlinge wieder zurück in das Bürgerkriegsland Lybien gebracht werden. (SPIEGEL ONLINE)

Wie geht es jetzt für die "Aquarius" weiter?

Die "Aquarius" war erst vor wenigen Tagen nach einer 19-tägigen Zwangspause von Marseille aus unter panamaischer Flagge wieder in See gestochen, nachdem die britische Kronkolonie Gibraltar dem Schiff die Flagge entzogen hatte. (SPIEGEL ONLINE)

Nun sucht das Schiff nach einer neuen Flagge – und damit Lizenz. 

"Ärzte ohne Grenzen" ruft in ihrer Pressemitteilung die europäischen Regierungen zum Handeln auf.

Diese Tragödie muss ein Ende haben. Das ist nur möglich, wenn die EU-Regierungen der Aquarius und anderen Such- und Rettungsschiffen erlauben, weiterhin lebensrettende Hilfe zu leisten und dort Zeugen zu sein, wo es so dringend nötig ist.
Karline Kleijer von "Ärzte ohne Grenzen", Leiterin der Nothilfe im Mittelmeer

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Felix und ich kennen uns aus der Uni. In der ersten Vorlesung saßen wir zufällig nebeneinander, danach standen wir vor dem Hörsaal-Gebäude und rauchten gemeinsam eine Zigarette. In den nächsten Wochen sahen wir uns regelmäßig in der Uni. Wenn jemand fragte, wer Felix war, dann sagte ich: ein Kommilitone.

Dann trafen wir uns in einer Lerngruppe, gingen ein Bier trinken, wurden Facebook-Freunde. Eine Woche später traf ich Felix und seinen Mitbewohner im Club. Wie lang wart ihr noch da? Schrieb er mir am nächsten Tag bei Facebook. Wir chatteten kurz, tauschten Nummern, schrieben bei WhatsApp weiter, das fanden wir bequemer und persönlicher.