Bild: dpa/bento
Und wie ein falsches Zitat nun für Aufregung sorgte.

Es ist eine Frage, die zuverlässig für Diskussionen sorgt: "Wie hältst du es mit der Antifa?" 

Wer sie stellt, weiß meist, wo er steht. Und will es von anderen auch wissen. Auch Reiner Hoffmann hört diese Frage immer wieder. Und tut sich offensichtlich schwer, sie eindeutig zu beantworten.

Hoffmann ist der vermutlich mächtigste Gewerkschafter Deutschlands. 

Als Vorsitzender des DGB vertritt er die Interessen von fast sechs Millionen Mitgliedern. Darunter: Verkäufer, Mechatronikerinnen, Studenten, Bäckerinnen – und auch Polizistinnen und Polizisten. 

Sie sind in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) organisiert. Bei deren Bundeskongress kam es jetzt zum Eklat. Mitten drin: DGB-Chef Hoffmann. Noch während er auf der Bühne seine Rede hielt, twitterte die Pressestelle am Dienstag ein angebliches Zitat. 

Darin wurde Hoffmann mit der Ankündigung zitiert, dass "in Zukunft keine DGB-Häuser an die Antifa" vermietet werden sollten. Der Tweet verbreitete sich innerhalb weniger Minuten – und sorgte für viel Kritik.

Das Problem: Das Zitat war offenbar erfunden. Oder zumindest verkürzt.

Eigentlich hatte Hoffmann etwas anderes gesagt, jedenfalls steht etwas anderes im Protokoll der Rede, das die GdP veröffentlichte. An der betreffenden Stelle heißt es da: 

"Und wir müssen uns den Kampf gegen Rechtsextremismus von niemanden erklären lassen. Deshalb werden wir in Zukunft keine DGB-Häuser an irgendwelche, gewaltbereiten Gruppen vermieten, die aus ideologischer Verblendung Rechtsstaat mit NS-Staat gleichsetzen und damit offen gegen unsere Prinzipien, aber auch gegen unsere Kolleginnen und Kollegen agitieren."

Inzwischen ist der erste Tweet gelöscht, die GdP twitterte das korrigierte Zitat in drei neuen Tweets. Einen Hinweis auf den vorangegangen Fehler gab es nicht

Von einem Fehler will Rüdiger Holecek, der Pressesprecher der GdP, auf Nachfrage von bento auch nicht sprechen. Es sei lediglich "aufgrund der Zeichenbegrenzung bei Twitter" zu einer "Verkürzung" gekommen, die missverständlich gewesen sei. 

Bei Facebook schrieb die GdP auf Nachfrage eines Nutzers: 

Die Rede gibt es im Wortlaut auf der GdP-Kongress-Homepage. Das auf Twitter leicht gekürzte Zitat ist missverständlich und wird korrigiert.

Doch von der Korrektur war in den Überschriften rechter und linker Medien wenig zu sehen: 

(Bild: Screenshot/bento)

Und schließlich sind da, auch beim richtigen Zitat, die Fragen: Auf welche "gewaltbereiten Gruppen" spielt Hoffmann an? Wieso weist der DGB-Vorsitzende bei seiner Rede explizit darauf hin – gab es in der Vergangenheit tatsächlich Probleme damit?

Der, der sie beantworten könnte, Reiner Hoffmann, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Pressestelle des DGB verweist auf Nachfrage schließlich auf einen Beschluss vom April 2018, der die Vermietung von Veranstaltungsräumen des DGB regelt. 

Darin heißt es:

Eine Vermietung an Dritte ist immer dann möglich, wenn diese die demokratische und rechtsstaatliche Grundordnung achten, nicht zu Gewalt aufrufen, gewaltverherrlichend oder fremdenfeindlich sind sowie Intoleranz entschieden entgegentreten.

Einen Anlass für diesen Beschluss will die Pressestelle nicht nennen. 

Tatsächlich ist die Diskussion aber nicht neu. Wer sie besser verstehen will, muss in den vergangenen Herbst schauen: Im Oktober 2017 hatte der DGB einen bereits abgeschlossenen Mietvertrag für einen antifaschistischen Kongress im Münchener Gewerkschaftshaus wieder gekündigt – auf Druck von GdP und rechten Bloggern.

Auch jetzt geht es vermutlich wieder um den Einfluss der Gewerkschaft der Polizei. Denn die GdP steht unter Druck. Rein nach Zahlen ist sie bis heute die größte Interessensvertretung von Polizistinnen und Polizisten. Doch die GdP hat Konkurrenz bekommen. 

Die konkurriende Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist nicht im DGB und hat mit etwa 94.000 Beamtinnen und Beamten nur halb so viele Mitglieder wie die GdP. Doch dank ihres Vorsitzenden Rainer Wendt ist sie regelmäßig in den Schlagzeilen. Wendt poltert, wenn andere noch nachdenken. In Talkshows ist er deshalb gern gesehen. 

Wendt inszeniert sich als Ein-Mann-Schutzschild der Polizei. Er ist für mehr Befugnisse, härtere Gesetze – und gegen Antifa-Gruppierungen. 

Die Debatte ist in den vergangenen Jahren verrutscht. Die Menschen, die als Antifa gegen Nazis demonstrieren, organisieren sich in keinem Verein, sie haben keine einheitlichen Strukturen und oft ein sehr unterschiedliches Verständnis, worum es eigentlich geht. 

Doch in der Diskussion wird oft das Gegenteil suggiert. Plötzlich ist von "Demogeld", "Berufsdemonstranten" und "Chaoten" die Rede. Wendt heizt die Stimmung regelmäßig an. Das kommt bei der Polizei offenbar an. DGB-Vertreter berichteten bento schon im Frühjahr, wie schwer es oft sei, gegen die einfachen Thesen von Wendt und seiner DPolG anzukommen. 

Die DGB-Gewerkschaft der Polizei fürchet um ihre Mitglieder. In einigen Regionen hat sie offenbar tatsächlich schon an Rückhalt verloren. Deshalb steht DGB-Chef Hoffmann unter Druck. Er muss den verunsicherten Mitgliedern bei der Polizei zeigen, dass er auf ihrer Seite steht, auch gegen Angriffe auf Polizeikräfte ist. 

Wohl deshalb redet er von "gewaltbereiten Gruppen". Und unterscheidet zwischen Antifaschismus und "der Antifa". Wohl deshalb twitterte die Pressestelle der GdP fast begeistert, Hoffmann wolle keine Räume mehr an die Antifa vermieten. 

Es klang ein bisschen wie: Seht her, unser oberster Chef kann auch hart sein.

Doch der Preis für diesen Kurs ist, dass der mächtigste Gewerkschafter Deutschlands manchmal wie ein Mann wirkt, der zwei Meinungen habe. Aktiv gegen Nazis, aber aufgrund eines dumpfen Bauchgefühls auch irgendwie gegen Antifa-Gruppen.

Als echte Antwort auf die Frage "Wie hältst du es mit der Antifa?" wird das jedoch auf Dauer vielleicht nicht ausreichen.



Musik

Diese 13 Momente kennst du, wenn du ein Metalhead bist
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Deswegen kommen hier 13 Situationen, die auch anderen Metalfans bekannt vorkommen dürften:

1. Du darfst auf Mainstream-Partys nicht das Aux-Kabel haben, denn die Menschen glauben, du hörst nichts anderes.