Bild: dpa/Karlheinz Schindler

Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen? Dieser Frage gingen am Sonntagabend die Gäste von "Anne Will" nach (Hier geht's zur Sendung). Damit klar ist, um welche Radikalisierung es genau gehen soll, war der Frage der Sendung noch "Mein Leben für Allah" vorangestellt.

Die Frage ist wichtig. Aber über ihre Beantwortung wurde kaum gesprochen. Stattdessen über eine vollverschleierte Muslima, die als Gast geladen war – und Gelegenheit bekam, vor einem Millionenpublikum ihre islamistischen Ideen zu verbreiten.

Kritik auf Twitter:

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Wer ist die Niqab-Trägerin?

Nora Illi, die Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz. Als Jugendliche war Nora ein Punk, später kam sie über den Buddhismus zum Islam. Als Konvertitin legt sie den Glauben sehr viel strenger aus als die Mehrheit der Muslime – radikale Regeln und Vollverschleierung gehören für sie dazu. In Ägypten wird Nora Illi wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gesucht.

2003 hat Nora Qaasim Illi geheiratet, den Anführer des Islamischen Zentralrats und engagiert sich seitdem in dem Verein. Der Name klingt hochtrabender, als er in Wahrheit ist: Der Zentralrat vertritt nur rund 0,5 Prozent aller 400.000 in der Schweiz lebenden Muslime. ("Die Wochenzeitung") Nora Illi spricht also in keiner Weise für die deutschsprachigen Muslime.

Was hat sie behauptet – und was ist daran gefährlich?
"Für mich bedeutet der Niqab Freiheit und Selbstbestimmung."

Das mag für sie stimmen – auch auf bento haben junge Muslime bereits erzählt, was sie an der Verschleierung schätzen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Viele Muslima sehen das anders. Der Islam schreibt keine Vollverschleierung vor. Der Niqab, der Gesichtsschleier, oder die Burka, das Ganzkörpergewand, sind regionale Traditionen, aber keine religiöse Pflicht.

Überall dort, wo Väter und Ehemänner Frauen vorschreiben, wie sehr sie sich zu verhüllen haben, hört die freiwillige religiöse Praxis auf. Dass viele Muslime beim Niqab also statt an "Freiheit" eher an Zwang denken, wurde nicht thematisiert. Ebenfalls auf bento begründen junge Muslima, warum sie auf ein Kopftuch verzichten.

​"Gerade mit Verboten schließt man die Muslime aus der Gesellschaft aus. Und hier beginnt das Problem, wo die Radikalisierung beginnt."

Die Aussage ist nicht ganz falsch: Wer in einer Gesellschaft ausgegrenzt statt integriert wird, sucht sich neue Gruppen, in denen er aufgehen kann. Einige junge Muslime in Deutschland radikalisieren sich, weil sie an die falschen Prediger geraten.

Aber die Aussage verschweigt einen wichtigen Aspekt: Die Eigenverantwortung der Muslime. Bei Nora Illi klingt es so, als sei die Gesellschaft schuld, wenn sich ein Extremist in die Luft sprengt. Den Weg in den Islamismus geht aber jeder immer noch allein.

"Der Krieg [hat nichts mit] Wunschträumerei zu tun, sondern [ist] eine bitterharte Langzeitprüfung mit ständigen Hochs und Tiefs."

Das Zitat stammt aus einem Essay, den Nora Illi 2014 über sogenannte Dschihad-Reisende verfasst hat, also über Muslime, die nach Syrien oder in den Irak auswandern, um sich dort islamistischen Gruppen anzuschließen. Sie schreibt, dass Muslime in Europa "aus diesem Elend" ausbrechen wollen und "nach Vorbild des Propheten" im "gelobten Syrien" für Gerechtigkeit kämpfen wollen. Das setzt Nora Illi mit "Zivilcourage" gleich.

Bei "Anne Will" wurde der Essay aufgegriffen. Die Muslima wurde gefragt, ob sie damit nicht den islamistischen Terror in Syrien verherrliche. Sie meine nein. Sie zeige auf, dass der Krieg eine harte Wirklichkeit ist und die Ausreise von Muslimen daher "ein großer Schritt" sei.

Das ist gefährlich: Allein aus Deutschland sind knapp 900 Extremisten nach Syrien oder in den Irak ausgereist ("Die Zeit"), jede Fünfte war eine Frau. Wer sich in den dortigen Bürgerkriegen Terrorgruppen anschließt, der tut dies, um zu morden – oder beim Mord zu helfen. Ein islamisches Vorbild ist es nicht.

Warum kritisieren jetzt viele die "Anne Will"-Sendung?

Weil die Kommentare von Nora Illi kaum entkräftet wurden. Die Moderatorin Anne Will selbst bot der Muslima viel Raum, ihre Vorstellungen darzulegen, eine Kritik oder Einordnung blieb allerdings aus. Andere Talk-Gäste mussten einschreiten, es stand also Meinung gegen Meinung.

Für Zuschauer wirkte es also so, als ob Nora Illi – deren Muslimischer Zentralrat ja nur 0,5 Prozent der Schweizer Muslime repräsentiert – eine viel zu große Plattform für ihre Ideen hatte. Und dadurch eine extremistische Auslegung des Islam als okay dargestellt wurde.

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Mehr Hintergründe über die Gefahren des Islamismus:

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Gestresst? Hier sind zehn schnell wirkende Gegenmittel
Wenn du keine Zeit hast, das hier zu lesen, ist das genau dein Artikel!

Irgendeine Art Stress hast du immer: Lernstress, Stress in der Arbeit, Stress, weil du keine Arbeit hast, Stress mit dem Partner, Orgastress, Reisestress oder, wenn du eigentlich keinen Stress hast: Freizeitstress.

Und wenn du dich dann beschwerst, sagen die Leute immer: "Du musst dir eben mal Zeit zum Ausspannen nehmen!" Was ein ziemlich dummer Ratschlag ist, weil wenn du Zeit zum Ausspannen hättest, dann hättest du ja keinen Stress und müsstest folglich auch nicht ausspannen.

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