Bild: dpa/Stefan Puchner
Die News in neun Fakten

Die Bundesregierung hatte sie im Koalitionsvertrag beschlossen, nun werden sie Wirklichkeit: Bayern hat als erstes Bundesland die umstrittenen "Ankerzentren" für Asylbewerber eröffnet. Bestehende Flüchtlingsunterkünfte wurden entsprechend umgewandelt. (Bayerisches Innenministerium)

Viele Bundesländer sind eigentlich gegen das Konzept dieser Unterkünfte, Innenminister Horst Seehofer will nun trotzdem Tatsachen schaffen.

Die wichtigsten Fakten:

  1. Im sogenannten "Ankerzentrum" sollen neu angekommene Flüchtlinge zentral untergebracht werden – und von Ankunft bis möglicher Abschiebung verweilen.
  2. Anker ist eine Abkürzung und steht für "Ankunft, Entscheidung, Rückführung".
  3. Wer Asyl bekommt, darf in eine Wohnung oder eine andere Flüchtlingsunterkunft. Wer nicht, wird direkt wieder abgeschoben. Der Entscheidungsprozess kann mehrere Wochen dauern.
  4. Die Regierung erhofft sich so ein schnelleres Asylverfahren. Kritiker fürchten allerdings, dass es sich dabei eher um Internierungslager handelt und die Menschen durch sie nicht in die Gesellschaft integriert werden.
  5. Der Umgang mit Geflüchteten war bisher Sache der einzelnen Bundesländer. Seehofer hofft, nun die Kompetenzen zu bündeln.
  6. Viele Länder weigern sich jedoch, vor allem jene mit rot-grüner Regierung. Sie wollen Geflüchtete lieber "dezentral", also von Anfang an in Wohnungen unterbringen.
  7. CSU-Chef Seehofer beginnt also mit den "Ankerzentren" entsprechend in seiner Heimat Bayern.
  8. In allen sieben Regierungsbezirken in Bayern werden dazu Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen in "Ankerzentren" für je 1000 bis 1500 Flüchtlinge umgewandelt.
  9. In den kommenden Monaten will Seehofer andere Bundesländer besuchen und für die Zentren werben, im Saarland ist er Ende August zuerst.

Tatsächlich sind die "Ankerzentren" nicht ganz neu – ihre Vorläufer, sogenannte Ankunftszentren, gibt es in Deutschland schon länger.

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