Bild: dpa / Michael Kappeler

Liebe Frau Merkel,

Sie haben eine kurze Rede zum Weltfrauentag veröffentlicht. Dabei haben Sie explizit uns Frauen angesprochen, vielen Dank dafür. 

Aber – danke für nichts, denn leider reihen Sie in Ihrer Rede nur leere Worthülsen aneinander:

Sie sprechen davon, dass das künftige Bundeskabinett "sicherlich eine interessante Mischung aus Männern und Frauen" wird – daraus kann ich leider gar nichts schließen.

"Interessant" ist in diesem Hintergrund ein so leeres Adjektiv, wie wenn ich meine Nachbarn als "nett" beschreibe. 

Ihre Schwesterpartei CSU hat gerade erst verhindert, dass im Kabinett genauso viele Frauen wie Männer einen Posten bekommen. 

Warum? Ihre drei Ministerien hat die CSU an, genau, drei Männer vergeben:

Überhaupt fehlt es an Frauen in der Politik. Wieso sprechen Sie nicht davon, dass der aktuelle Bundestag nur 31 Prozent weibliche Abgeordnete hat? (Zeit)

Allein bei CDU und CSU sitzen vier Mal mehr Männer im Parlament als Frauen. (Bundestag)

Stattdessen führen Sie an, dass wir Frauen jetzt seit 100 Jahren wählen dürfen. 

Das ist tatsächlich toll, aber es gibt noch mehr, was wir erreichen müssen: 

  • Ich möchte als Frau eine echte Chance in der Berufswelt haben.
  • Ich möchte genauso viel verdienen wie ein Mann in meiner Position, weil ich dieselbe Arbeit leisten kann.
  • Und ich möchte mich bei meiner Frauenärztin über alle Möglichkeiten informieren können, wenn ich schwanger bin – und selbst entscheiden, ob ich ein Kind zur Welt bringe oder nicht. 

Liebe Frau Merkel, es stimmt: Der "Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen geht weiter". 

Aber wenn Sie als unsere Bundeskanzlerin uns dabei so lasch unterstützen, wird das ein schweres Gefecht. 


Gerechtigkeit

AfD-Politiker erklären Syrien für sicher, diese Syrer beweisen ihnen das Gegenteil

Seit Montag hält sich eine Gruppe von AfD-Politikern in der syrischen Hauptstadt Damaskus auf. Sie wollen zeigen, wie sicher Syrien angeblich sei – und dass die meisten Flüchtlinge zurückkehren könnten. (bento)

Auf Facebook und Twitter posten die Rechtspopulisten zynische Berichte und Fotos, die einen vermeintlich normalen Alltag in Syrien zeigen. Frauen laufen in Jeans durch die Straßen, Geschäfte sind geöffnet, es gibt Eiscreme.

Nun haben sich zwei Syrer, Eman und Bilal, in einer Videobotschaft an die AfD-Gruppe gewandt – und zeigen ihnen, wie es wirklich ist.