Zwei Fragen, zwei Antworten

Gibt es in der israelischen Wirtschaft nur Männer? Diesen Anschein erweckt zumindest ein Foto von einem Zusammentreffen Angela Merkels mit israelischen Wirtschaftsvertretern (normalerweise nennen wir beide Geschlechter, aber diesmal waren's wirklich nur Kerle). 

Was ist passiert?

Angela Merkel war auf Israel-Reise. Sie traf sich mit dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, besuchte die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und legte dort einen Kranz nieder. (Deutschlandfunk

Außerdem traf sie sich mit Vertretern der israelischen Wirtschaft. Das Foto von diesem Treffen wirkt kurios: Man sieht die deutsche Kanzlerin an einem langen Tisch sitzen, umgeben von über 30 Männern in Anzügen. Keine einzige andere Frau nimmt am Treffen teil. 

Wer kritisiert das? 

In Israel hat das Foto Kritik ausgelöst. Ajelet Verbin-Nachmias, Abgeordnete der oppositionellen Zionistischen Union, forderte den Wirtschaftsminister Eli Cohen in einem Protestbrief auf, in Zukunft bei ähnlichen Treffen für einen fairen Frauenanteil zu sorgen. "Das ist kein einfaches Versehen", sagte Verbin-Nachmias. So etwas dürfe einfach nicht passieren.

Laut der "Times of Israel" sei auch Merkel der Frauenmangel aufgefallen. Die Kanzlerin habe gesagt, es wäre "nett, wenn nächstes Mal eine Frau dabei sein könnte". 

Am Samstag war Merkel mit einer für ihre Verhältnisse eher ungewöhnlich feministischen Äußerung beim Parteitag der Jungen Union aufgefallen. Sie hatte kritisiert, dass im Vorstand der Jugendorganisation von CDU und CSU nur Männer sitzen. (bento)

Mehrere israelische Organisationen, die sich für die Förderung von Frauen in der israelischen Wirtschaft einsetzen, wollen als Reaktion auf den Vorfall eine Protestveranstaltung in Tel Aviv abhalten. Dabei soll ein neues Bild aufgenommen werden – mit einer Merkel-Pappfigur in Lebensgröße.

Mit Material von dpa


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