Er sagt: "Ich habe richtig Angst"

Angela Merkel hat auf Wahlkampfmodus geschaltet – und arbeitet nun vor allem erst mal am Rückhalt in ihrer eigenen Partei. Am Donnerstagabend stellte sich die Bundeskanzlerin in einem Live-Chat den Fragen von CDU-Mitgliedern aus ganz Deutschland. Die CDU hat das Event in einem internen Netzwerk gesendet, es aber auf Twitter und Instagram Stories begleitet.

Insgesamt sollen rund 500 CDU-Mitglieder zugeschaltet gewesen sein. Es ging um Auszeiten ("Sonnabends hab' ich schon mal 'ne Stunde. Oder zwei."), Finanzielles (Die CDU will keine Vermögenssteuer), vor allem aber um die Flüchtlingsfrage.

Und da wurde es spannend:

Zugeschaltet war Kai Velten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Er gehört "Konrads Erben" an, einer Gruppe von Altstipendiaten der CDU-nahen Adenauerstiftung (SPIEGEL ONLINE). Die Gruppe hatte vor rund zwei Wochen ein Manifest gegen Merkels Flüchtlingspolitik verfasst.

Darin äußern sie Angst vor steigender Kriminalität durch Flüchtlinge (was Quatsch ist) und halten Merkels "politisches Handeln nach rechtlichen, demokratischen und auch ethischen Maßstäben für falsch". Etwa 200 Unterstützer haben unterschrieben.

Ich habe richtig Angst.
Kai Velten

Der zugeschaltete Vertreter dieser Gruppe sagte nun, er sorge sich um die Sicherheit seiner Kinder. Und habe "Angst, dass wir das nicht in den Griff kriegen, was im Herbst 2015 begonnen hat. Wir wollen, dass Gesetze beachtet werden".

So reagierte Merkel:

"Ich nehme Ihre Angst ernst und auch Ihre Kritik zur Kenntnis", sagte sie. Aber das heißt nicht, dass sie von ihrer Einschätzung der Situation abrücke: Die Würde der Menschen sei unantastbar, sie habe die Flüchtlinge ja nicht ertrinken lassen können.

Merkel hält also an ihrem christlichen Grundsatz fest: Wer Hilfe braucht, dem muss geholfen werden. Der Rest ist "Wir schaffen das".

Dass sie damit auch Gegner habe, sei ihr bewusst – aber eine Demokratie halte das aus: "Mit dem Dissens müssen wir leben." Schließlich gibt sie einem nachfolgenden Frager noch einen guten Tipp. Auch er will wissen, wie man das Miteinander schaffen werde. Merkel sagt:

Einfach mal auf Flüchtlinge zugehen, damit die Berührungsängste schwinden. Das kann auch den eigenen Horizont erweitern.

Gerechtigkeit

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