Bild: imago/Christian Ditsch
Das zeigt der Amnesty-International-Jahresbericht von 2017

Laut dem Jahresbericht von Amnesty International wurden 2017 im Vergleich zu 2016 17 Prozent weniger Todesurteile verhängt, nämlich "nur" 2591 im Vergleich zu 3117 im Vorjahr. (SPIEGEL ONLINE)

Lucy Graham von Amnesty International sieht die Zahlen als hoffnungsvolles Zeichen. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagt sie:

Wir sehen, wie die Todesstrafe ihrem Ende zugeht.
Lucy Graham, Amnesty International

Als Grund dafür nennt sie zum einen die intensive Kampagnenarbeit zur Abschaffung der Todesstrafe – aber auch die Erkenntnis von Staaten, dass sich mit Todesurteilen die Kriminalität nicht bekämpfen lassen

Asien etwa verhängt immer noch Todesurteile wegen Drogenverbrechen, das Problem würde dadurch aber nicht mehr bekämpft als in anderen Teilen der Welt. 

Die meisten Todesurteile verhängten:

  • Nigeria (621)
  • Ägypten (mindestens 402)
  • Bangladesch (273)

Auch die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen ist 2017 gesunken, allerdings sehr geringfügig, nur um 39 Fälle. Eine Hinrichtung ist die Ausführung eines Todesurteils, ein Todesurteil ist erst einmal lediglich ein gerichtliches Urteil.

84 Prozent der Hinrichtungen finden laut dem Amnesty-Bericht in nur vier Staaten statt:

  • Iran (mindestens 507)
  • Saudi-Arabien (146)
  • Irak (mindestens 125)
  • Pakistan (mindestens 60)

Insgesamt hat Amnesty Hinrichtungen in 23 Ländern dokumentiert.

Ein blinder Fleck für Amnesty bleibt nach wie vor China: Dort werden schätzungsweise mehr Todesurteile vollstreckt als im gesamten Rest der Welt zusammen. China macht zu seinen Vollstreckungen keine offiziellen Angaben, die Exekutionen werden dort als Staatsgeheimnis behandelt. Daher ist es schwer zu sagen, ob die Zahl der Vollstreckungen tatsächlich gesunken ist.  

Hier kannst du den Amnesty-Report nachlesen.


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