Bild: Ina Fassbender/ dpa
Was hinter der umstrittenen Idee steckt
Worum geht es?

Mitarbeiter in Amazon-Logistikzentren erhalten eine Prämie, wenn sie selten wegen Krankheit fehlen. An bislang fünf Standorten haben die Betriebsräte diesem System zugestimmt. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Wochenende darüber berichtet.

Wie genau funktioniert das?

  • Wer keinen Tag im Monat wegen Krankheit fehlt, der ist Gold-Mitarbeiter. Bei einem Tag gibt es den Silber-Status. Bei zwei Krankheitstagen schon Bronze.
  • Laut Süddeutscher Zeitung können die Angestellten ihr Bruttomonatsgehalt durch die Prämie um maximal zehn Prozent steigern.
  • Aber es geht noch weiter: Der eigene Krankheitsstatus wirkt sich auf das gesamte Team aus. Ist die ganze Abteilung seltener krank, bekommt jeder Einzelne mehr Geld.

Wie viel verdient ein Amazon-Mitarbeiter in einem Logistikzentrum?

Das Durchschnittsgehalt liegt laut Amazon bei einem neuen Mitarbeiter bei umgerechnet mindestens 10,30 Euro brutto pro Stunde. Zudem gibt es zusätzliche leistungsbezogene Prämien, eine Sonderzahlung zu Weihnachten, Mitarbeiter-Aktienbeteiligungen, kostenlose Versicherungen, einen Pensionsfond und Personalrabatte. Mit diesen Extras verdiene ein Mitarbeiter nach zwei Jahren durchschnittlich rund 2.480 Euro brutto im Monat.

Was ist daran problematisch?

Durch solch ein System förderte das Unternehmen, dass sich Mitarbeiter krank zur Arbeit schleppen, sagen Gesundheitsexperten. Auch für das Gruppenklima ist es nicht gerade förderlich. Und was ist mit chronisch Kranken und älteren Mitarbeitern?

Wie rechtfertigt sich Amazon?

In einer Mail an bento erklärt Amazon, wie viel dem Unternehmen an der Gesundheit der Mitarbeiter gelegen ist. Es gebe verschiedene Gesundheitsangebote und Gesundheitsmanager an allen Standorten.

Die Gewerkschaft Verdi geht davon aus, dass bei Amazon zweitweise 20 Prozent der Mitarbeiter krank geschrieben sind. Amazon dementiert diese Zahlen. Sie seien "völlig haltlos".

In der Mitteilung von Amazon heißt es:

Ziel unseres Bonusprogramms ist, im Sinne der Arbeitssicherheit im Betrieb eine Kultur der Achtsamkeit zu fördern. Sprich: Zusammen mit vielen anderen Maßnahmen ein Verhalten zu fördern, das Unfälle vermeidet. Der Bonus erkennt dabei gesundheitsbewusstes Einzel- und/oder Gruppenverhalten an. Natürlich gilt: wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gesund zur Firma und wieder nach Hause gehen.
Was sagen unsere Gesetze?

Die Unternehmen, die eine Anwesenheitsprämie zahlen, handeln nicht gesetzwidrig. Im sogenannten Entgeltfortzahlungsgesetz sind die Regelungen seit 1996 festgelegt ("Die Zeit").

Mehr dazu:

Anwesenheitsboni werden von Unternehmern genutzt, um den Krankenstand zu reduzieren.
Meist wird die Prämie in einer Zusatzvereinbarung als Bestandteil zum bestehenden Arbeitsvertrag aufgenommen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten: Entweder wird die Sondervergütung als Zuschlag zum laufenden Gehalt gezahlt – z.B. als Zulage pro Anwesenheitsstunde oder monatlich für eine bestimmte Mindestanwesenheitszeit.
Andere Möglichkeit: Es gibt eine Sondervergütung bezogen auf einen noch längeren Zeitraum – zum Beispiel pro Jahr.
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Haben andere Unternehmen ein ähnliches System?

Ja, Amazon ist nicht das einzige Unternehmen. Ähnliche Konzepte verfolgen zum Beispiel der Daimler-Konzern, der Sanitär-Armaturenhersteller Grohe AG oder die Stadtwerke in Bad Homburg (SPIEGEL ONLINE zur Regelung bei Daimler).


Haha

Warum Männer aus Sachsen jetzt die neuen Ostfriesen sind

Männer aus Sachsen sind dumme, rassistische Trottel. Zumindest, wenn man dem reddit-Thread "Mann aus Sachsen" Glauben schenkt. Denn da wird gesammelt, was Männer aus Sachsen angeblich nun mal so tun.

Das hier zum Beispiel: "Sächsischer Autofahrer überfährt mutmaßlichen Osterhasen". Oder das hier: "Mann aus Sachsen wird beim Einbruch erwischt, während er eine gestohlene Dose Bohnen auslöffelt". Oder noch so ein Sachsen-Ding: "Mann aus Sachsen onaniert betrunken im Schwimmbad".