Bild: Baton Rouge police
Ein weißer Polizist hat einen Schwarzen erschossen – jetzt protestieren Amerikaner erneut gegen Polizeigewalt.
Was ist passiert?
  • Ein amerikanischer Polizist hat am Dienstag in Baton Rouge in Louisana einen schwarzen Mann erschossen. Offenbar trug der 37-jährige Alton Sterling eine Waffe bei sich, es ist unklar, ob er nach ihr gegriffen hat (Washington Post).
  • Ein Video zeigt, wie zwei Polizisten Sterling auffordern, sich auf den Boden zu legen. Es gibt ein Handgemenge, die Polizisten fixieren den Mann auf dem Boden, dann fallen Schüsse.
  • In der Nacht protestierten mehr als 100 Menschen in Baton Rouge gegen Polizeigewalt. Viele Nutzer erinnerten an vergangene Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA.
Was ist über den Ablauf des tödlichen Zusammenstoßes bekannt?
  • Die beiden Polizisten wurden zu einem Supermarkt gerufen, weil sich jemand beschwert hatte, dass dort "ein schwarzer Mann CDs verkaufe und ihn mit einer Waffe bedroht habe". So schreibt es die örtliche Polizei auf Facebook.
  • Ein von Zeugen aufgenommenes Video zeigt, wie die beiden Polizisten dem Mann gegenüber stehen. "Get on the ground", rufen die Polizisten mehrmals, Sterling reagiert nicht, dann bringt ihn einer der Polizisten zu Boden. Der andere Polizist dreht ihm den Arm auf den Rücken und setzt sich dann auf ihn. Jemand ruft: "He's got a gun" und "Gun, gun." Dann werden die Rufe der Polizisten unverständlich, es knallt viermal laut. "They shot him?", fragt einer der Augenzeugen, die das Video aus einem Auto heraus drehen. "Yes", antwortet ein anderer.
  • Sterling wird später von einem Notarzt für tot erklärt. Nach Polizeiangaben wurde auf ihn mehr als zweimal geschossen. Die Schüsse trafen ihn in die Brust und den Rücken.
  • Die beiden Polizisten sind vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Nach Polizeiangaben sei das eine "Standardprozedur", sie sollen sich am Mittwoch zu dem Vorfall äußern. Offenbar hat nur einer von ihnen geschossen. (Washington Post)
  • Beide Polizisten trugen Kameras bei sich. Nach Angaben der Polizei fielen sie während des Zusammenstoßes ab und zeichneten nichts auf (The Daily Dot).
Hier ist das Video
Das sagt ein Augenzeuge
Er hatte keine Waffe in der Hand.
Augenzeuge Abdullah Muflahi

Der Besitzer des Supermarktes, Abdullah Muflahi, hat die Szene nach eigenen Angaben beobachtet.

  • Einer Lokalzeitung sagte er, dass die Polizei aggressiv vorgegangen sei.
  • Die beiden Polizisten hätten Sterling zunächst mit einem Elektroschocker beschossen, als Sterling nicht zu Boden ging, habe einer der Polizisten vier bis sechs Schüsse auf Sterling abgegeben.
  • "Seine Hand war nicht in der Nähe seiner Taschen, er hatte keine Waffe in der Hand", sagte Muflahi. Später habe die Polizei eine Waffe aus Sterlings Tasche geholt.
Sterlings Tod befeuert die "Black Lives Matter"-Proteste

In Baton Rouge demonstrierten mehr als 100 Menschen noch in der Nacht gegen die Polizei. Im Internet kursierende Videos zeigen unter anderem, wie Menschen "Fuck the Police" und Black Lives Matter" rufen (Washington Post).

"Black Lives Matter" ist der bekannteste Slogan von Aktivisten, die gegen die Polizeigewalt an Schwarzen in den USA demonstrieren. Die Bewegung entstand 2013 nach dem Tod des schwarzen Teenagers Trayvon Martin. Ein Wachmann hatte ihn von hinten erschossen, später wurde der Wachmann freigesprochen.

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Seitdem wird die Gewalt der Polizei gegen Schwarze in den USA immer wieder diskutiert. Nach dem Tod von Michael Brown protestieren Schwarze in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri. Zuletzt stellte eine Untersuchung des amerikanischen Justizministeriums fest, dass der Anteil Schwarzer dort an allen Festnahmen zwischen 2012 und 2014 bei mehr als 90 Prozent lag – obwohl sie nur zwei Drittel der Bevölkerung der Stadt ausmachen. Justizminister Eric Holder sagte damals, er sei "schockiert" über den Bericht (SPIEGEL ONLINE).

Auch Barack Obama kritisierte mehrmals die Diskriminierung von Schwarzen. Laut einer Datenbank der Washington Post hat die Polizei 2016 bereits 122 Schwarze erschossen. Etwa 10 Prozent von ihnen waren unbewaffnet.

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