Bild: Montage: bento
Es sind Chatprotokolle aufgetaucht.

Die Identitären sind eine rechtsextreme Gruppe, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sie wollen homogene Völker, Zuwanderung durch Flüchtlinge bezeichnen sie als "ethnokulturellen Selbstmord".

In der AfD dürften diese Thesen Anhänger finden – auch wenn die Partei das offiziell nicht zugeben würde. Die Partei duldet Rechtsradikale in hohen Ämtern, einige sitzen mittlerweile im Bundestag. Aber von all zu deutlichem Rassismus grenzt sich die Partei zumindest offiziell ab.

So will die AfD angeblich nichts mit den Identitären zu tun haben. Aber tatsächlich pflegen beide Seiten enge Kontakte.

Die Nähe zwischen Politikern der AfD und Funktionären der Identitären belegen Chatprotokolle, die dem SPIEGEL vorliegen. Obwohl die Partei in einer "Unvereinbarkeitsliste" die Identitären eigentlich als No-Go in Sachen Kooperation führt.

Das steht in den Chats:
  • Der Identitären-Vorsitzende Daniel Fiß hat beim Wahlkampf der AfD in Mecklenburg-Vorpommern geholfen. Fiß schreibt, die AfD-Kandidaten hätten "ihre Wahlkapagne maßgeblich ... von vielen IB Leuten machen lassen".
  • An anderer Stelle informiert Fiß den AfD-Politiker Holger Arppe über die Recherche eines Journalisten: "Der macht wohl gerade ne Story, inwieweit IB und AfD zusammenarbeiten und hatte mich da viel ausgefragt. Ich habe die organisatorische Verbindung und persönliche Kontakte grundsätzlich verneint, da dies vor der Wahl vielleicht nicht so günstig wäre:"
Und auch AfD-Mitglieder finden die rechtsextremen Identitären mittlerweile nicht mehr bedenklich:
  • Der AfD-Chef in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, sagte dem SPIEGEL, er wolle mit den Identitären ins Gespräch kommen: "Die IB befürwortet die Wahrung der nationalen Identität und die Remigration illegaler Migranten – das kann ich nicht anstößig finden."
  • Auch Ralf Özkara, AfD-Landeschef von Baden-Württemberg, zeigt sich offen für die Rechten: "Eine Zusammenarbeit ist aufgrund der Verfassungsschutzbeobachtung nicht möglich. Allerdings muss und darf man fragen, wie sich die Beobachtung rechtfertigt."

Mehr zur AfD:


Fühlen

Karina: Was es bedeutet, mit 28 Jahren Frührentnerin zu werden
Hier ist ihr Bekenner-Video

Karina litt seit ihrer Geburt immer wieder an Nasenbluten und Gelenkschmerzen. Irgendwann wurden die Symptome so schlimm, dass sie nach einer Diagnose suchte. Das Ergebnis: Sie hat das Ehlers-Danlos-Syndrom – eine Bindegewebserkrankung. 

Die Symptome sind vielfältig, denn das Bindegewebe verteilt sich über den ganzen Körper. Sie äußern sich durch überbewegliche Gelenke bis hin zum Reißen der inneren Organe. In Deutschland gibt es schätzungsweise zwischen 2500 und 5000 Betroffene