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Wer neu in der Politik ist, kennt noch nicht das, was andere Tradition nennen. Sie oder er muss sich dann diesen Traditionen aber nicht unterwerfen. Und manchmal gar antworten: Nein, einfach nein.

In den USA hat nun die junge Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez eine umstrittene Praxis öffentlich gemacht – und bekommt dafür viel Anerkennerung.

Alexandria Ocasio-Cortez sah im US-Kongress, wie Lobbyisten Obdachlose und Arme für sich in Warteschlangen stehen lassen – und regte sich auf Twitter auf.

"AOC", wie sie abgekürzt wird, ist 29 Jahre alt und seit Januar neu im US-Kongress. Sie ist die jüngste Abgeordnete dort und gilt als Vorreiterin einer neuen Riege starker Frauen in der US-Politik. Ihre Arbeit teilt sie transparent im Netz, gegen Eliten, Alte und vor allem Trumps Politik teilt sie gerne aus – die einen lieben sie dafür, andere machen sie zum Feindbild Nr. 1.

Auf Twitter teilte AOC nun, was sie in den Fluren sah – sie hielt die Wartenden zunächst für Demonstranten. Ein Mitarbeiter klärte sie auf, dass es bezahlte "Line-Stander" seien. AOC schrieb, "schockiert" reiche als Beschreibung noch gar nicht aus:

Die "Line-Stander" gibt es in den USA schon länger. Der Sender CNN berichtete bereits 2009 über den fragwürdigen Trick:

  • Lobbyisten sichern sich durch die Schlangesteher einen Platz in Ausschussanhörungen, die für sie interessant sein könnten.
  • Weil zuerst reinkommt, wer zuerst da ist, bezahlen sie Obdachlose, Arme und andere Bedürftige, um für sie zu warten.
  • Bis zu 30 Stunden vorher sollen einige in der Schlange stehen, es gibt zwischen 11 und 35 Dollar die Stunde. 

Alexandria Ocasio-Cortez regt auf, dass die Ausnutzung der "Line-Stander" anscheinend niemand aufregt.

"Das ist eine gängige Praxis und niemand schenkt dem Beachtung", schreibt Ocasio-Cortez in einem zweiten Tweet: Wohlhabende Menschen würden sich so einen Platz erkaufen – während ärmere draußen bleiben müssen.

Einer liefert in den Antworten zu den Tweets von AOC weitere Infos: So seien bei einigen Wartenden Schilder zu sehen, auf denen die Namen der Lobbyisten stehen. In der aktuellen Anhörung ging es um Gesetze für den Marihuana-Verkauf; ein Lobbyist arbeitete für zwei Cannabis-Firmen.

Viele Follower danken AOC für den Tweet und das Anprangern dieser Praxis. Ihr Tenor:

Alexandria Ocasio-Cortez verändert die Politik schon allein dadurch, dass sie alles schonungslos und ungeschönt mit der Öffentlichkeit teilt.

Bereits in der vergangenen Woche wurde die Abgeordnete für eine Rede gefeiert. Sie hatte mit simplen Ja-Nein-Fragen entlarvt, wie sich Politikerinnen und Politiker legal mit Lobbygeldern bereichern können und Gesetze im Sinne der Lobbyisten schmieden dürfen. 

Die Rede wurde binnen Kurzem zu einem der meistgesehenen Politvideos auf Twitter. Hier kannst du sie sehen:


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