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In der Hölle gibt es kein Ende. Und auch kein Entkommen. Seit 2012 war Aleppo die am härtesten umkämpfte Stadt im Syrienkrieg – Rebellen und islamistische Milizen verschanzen sich im Osten, syrische Regierungstruppen im Westen. Zwischen den Fronten saßen über all die Jahre Hunderttausende Zivilisten fest.

Am Dienstag haben die syrischen Soldaten die Stadt fast komplett eingenommen (bento I). Für die letzten eingeschlossenen Bürger der Stadt wollte der syrische Präsident Baschar al-Assad einen Ausweg erlauben: Über einen Korridor sollten die Zivilisten fliehen dürfen, Busse standen noch in der Nacht bereit (Middle East Eye).

Schon am Mittwochmorgen war vom Versprechen nichts mehr übrig: Aktivisten berichteten, wie Assad-Milizionäre erneut auf Zivilisten schossen und andere an der Flucht hinderten. Am Morgen bombardierte das Regime wieder, zerstörte wahllos Wohnhäuser.

Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass man in "zwei bis drei Tagen" mit einem endgültigen Sieg rechne ("Süddeutsche Zeitung"). Russland unterstützt Syrien militärisch, allein russische Bomben haben mehr als 3000 Zivilisten getötet (bento II).

Aufatmen in Aleppo? Ein Ende des Chaos? Die Versprechungen aus Damaskus und Moskau waren eine Lüge. Wieder einmal.

Assads Sieg in Aleppo wird ein Sieg der maximalen Brutalität sein. Weil er damit durchkommt.
Von einst zwei Millionen Einwohnern sind viele geflohen oder umgekommen.
Der Osten war hart umkämpft, dort verschanzten sich die Rebellen. Fast täglich bombardieren daher syrische und die russische Flieger die Viertel.
Es gibt islamistische Milizen in Aleppo – aber auch Rebellen und Zivilisten, die ebenfalls pauschal als Terroristen bezeichnet werden.
Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle kamen in knapp sechs Jahren fast 21.500 Zivilisten ums Leben.
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Seit Jahren schraubt Assad die Eskalationsstufe in seinem Land nach oben. In syrischen Medien gelten weite Teile der Bevölkerung pauschal als "Terroristen", Gewalt ist die einzige Antwort der Regierung auf die Krise in Syrien.

Und die Weltöffentlichkeit schaut zu, definiert "rote Linien" – die regelmäßig überschritten werden – und ist "alarmiert" – wenn mal wieder Bilder von Kindern auftauchen, die blutverschmiert aus Trümmern gezogen werden oder nach mutmaßlichen Giftgasbombardements keuchen.

Wir haben uns von Assad und seinen Helfern in Moskau moralisch erpressbar gemacht. Und es ist nicht das erste Mal.

"Nie wieder Auschwitz", "Nie wieder Srebrenica" sind Sätze, die wir alle kennen. Politiker sagten sie, um ihr eigenes Versagen einzugestehen im Angesicht unvorstellbarer Verbrechen. Verbrechen, die jeder mit ansehen, aber doch keiner verhindern konnte.

In Srebenica ermordeten serbische Militärs 1995 mehr als 8000 Menschen, Auschwitz steht symbolisch für die systematische Tötung von mehr als sechs Millionen Juden während der NS-Diktatur.

Auch Aleppo ist ein systematischer Massenmord. Und dieses Mal brauchen wir keine klassischen Medien und keine Historiker – wir sehen das Schicksal der Menschen auf Twitter, auf Facebook, in unbeschreiblichen YouTube-Videos (bento III).

Klar: Russland und Syrien sind nicht die einzigen Schuldigen in diesem Konflikt. Auch durch Luftschläge der Amerikaner wurden bereits Hunderte Zivilisten getötet (bento IV). Auch dschihadistische Milizen richten unschuldige Syrer hin und errichten lokale Terrorherrschaften. Viele gemäßigte Rebellen haben sich längst den Islamisten angeschlossen und fühlen sich vom Westen verlassen.

Die Mehrheit der Syrer versucht nur, in diesem Chaos zu überleben.

Es gibt Bilder von Syrern, die sich über die Rückeroberung von Teilen Ost-Aleppos freuen. Und Bilder von neuen Toten, von weiteren Leichen. Beides gehört zur Wahrheit dieser Stadt. Unsere Zivilgesellschaft hat keine Antwort darauf. Und unsere Politiker bleiben "alarmiert" bei jeder neuen Eskalation.

Eines Tages werden sie "Nie wieder Aleppo" sagen, wenn ein neues Massaker in einem neuen Konflikt absehbar ist. Und es wird wieder eine Lüge sein.


Food

Die richtige Ausrüstung für angehende Plätzchenbäcker
Klar hab ich die selbst gemacht!

Weihnachten ist bekanntlich das Fest der Kalorien: Du kaust konstant auf Schoko-Weihnachtsmännern, auf dem Weihnachtsmarkt wechselst du zwischen fetttriefenden Kartoffelpuffern und gezuckertem Schmalzgebäck hin und her und an Heiligabend gehst du zu Verwandten Braten essen. =">

Aber man kann ja – vor allem an Weihnachten!!! – nicht immer nur genießen, was andere Leute gemacht haben. Man muss auch mal selber was beisteuern. =">

Darum="> zeigen wir dir hier, wie du dieses Jahr mit selbst gebackenen Keksen glänzen kannst. Und als Weihnachtsgeschenk eignen diese sich natürlich auch super, denn worüber freut sich wirklich jeder?