Auch mein Tag beginnt mit diesem Foto. Ein Junge, vielleicht fünf Jahre alt, sitzt auf einem orangen Stuhl. Staub bedeckt seinen Körper, Blut klebt in seinem Gesicht. Mit stumpfen, schwarzen Augen schaut er in die Kamera. Neben ihm hängt ein Erste-Hilfe-Kasten an der Wand. Viele werden das Bild heute sehen, werden darüber reden.

Und das regt mich auf.

Ja, es ist ein ikonisches Bild, eines, das den Schrecken des Syrienkrieges mit einem Augenblick sichtbar macht. Menschen auf der ganzen Welt wird es berühren.

Das Bild ist ein Screenshot aus einem Video von Aktivisten aus der umkämpften syrischen Stadt Aleppo. Dutzendfach wurde das Foto bereits geteilt. Auf Twitter und Facebook nehmen Menschen Anteil, Medien stilisieren den traurigen Jungen zum Symbolbild.

Es macht mich traurig, dass wir immer das nächste ikonische Foto brauchen. Ich brauche ein Ende aller Fotos.

Denn es gibt die Bilder immer, auch wenn wir nicht hinschauen. Sie begegnen mir als Nachrichtenjournalist. Menschen, die durch Giftgasangriffe fürchterlich entstellt wurden, Zivilisten, deren Leichen unter Schutt begraben liegen. Viele Bilder sind zu schrecklich, um ihren Weg in unsere Timelines zu finden.

Von dem Schrecken schafft es nur jedes Hunderte Foto auf die Titelseiten der Zeitungen und wird so auch von Menschen wahrgenommen, die sich nicht täglich mit dem Syrienkrieg beschäftigen.

Und dann? Dann gibt es Betroffenheitstweets und eine Woche später ist wieder alles vergessen.

Klar, ikonische Bilder können uns wachrütteln. Wir erinnern uns auch heute noch an Kim Phuc, das Mädchen, das nackt vor einem Napalmangriff in Vietnam flieht. Oder an das Flüchtlingsmädchen Sharbat Gula aus Afghanistan. Ihre grünen Augen blickten vom "National Geographic"-Cover direkt in die Weltöffentlichkeit.

Beide Bilder haben damals geholfen, die schmerzliche Realität von Krieg und Flucht aufzuzeigen. Kim Phuc und Sharbat Gula haben heute eigene Wikipedia-Seiten. Die Kinder in Syrien nicht, sie haben keine Namen. Aus Aleppo, Idlib und den Vororten von Damaskus gibt es mittlerweile eine Flut an Bildern, und wir diskutieren nur noch, ob es okay ist, wenn man dabei abstumpft (ze.tt).

Ich will nicht abstumpfen. Aber ich will auch keine weiteren ikonischen Bilder, die alle halben Jahre durch das Netz wandern.

Ich will, dass wir uns das Leid täglich vor Augen halten. Denn der Krieg in Syrien macht keine Pause.

Verschiedene Perspektiven aus Syrien:


Future

In der Schweiz kannst du deine Drogen testen lassen, damit du keine Überdosis nimmst
Vielleicht kommt das Projekt bald nach Deutschland.

Was hier in Deutschland bisher nicht möglich ist, wird in der Schweiz seit rund zehn Jahren erfolgreich gemacht: Partygänger können beim sogenannten Drug Checking ihre Drogen legal auf ihre Substanzen testen lassen. Sie sollen so sicherer ihre Drogen konsumieren können.

Das Drug Checking gibt es in der Schweiz in Clubs oder auf Großveranstaltungen wie der Street Parade. Bei der größten Techno-Party der Welt in Zürich feiern jedes Jahr rund eine Million Besucher. Bei der Veranstaltung kommt es immer wieder zu Überdosierungen, andere Gäste nehmen gestreckte Drogen und erleiden gesundheitliche Probleme.

Dagegen kämpft Christian Kobel vom mobilen Drug Checking. Wir haben ihn bei der Street Parade besucht.