Bild: Syrisches Tourismusministerium

Verbotene Phosphorbomben brennen Menschen das Fleisch von der Haut, Splittergranaten zertrümmern Knochen. Bis zu 300.000 Menschen sollen in Aleppo eingeschlossen sein. Der Krieg hat die syrische Stadt in eine Hölle verwandelt. (SPIEGEL ONLINE)

Die syrische Regierung sieht das anders: Alles in bester Ordnung, findet sie. Gerade für Touristen ist Aleppo einen Besuch wert. So zumindest suggeriert es ein Video, dass das syrische Tourismusministerium jetzt veröffentlicht hat. Eine Drohne fliegt über Aleppo und zeigt die schönsten Monumente.

Das Video wird mit einer orientalischen Version der "Game of Thrones"-Melodie untermalt:
#حلب_إرادة_الحياة

#حلب_إرادة_الحياة إنتاج:#وزارة_السياحة 2016 #Aleppo_Will_of_Life Produced by : #Syrian_Ministry_of_Tourism 2016

Posted by ‎وزارة السياحة السورية - Syrian Ministry of Tourism‎ on Donnerstag, 29. September 2016

Die Aufnahmen lügen nicht: Es gibt tatsächlich solch ein Aleppo. Es ist der Westen der Stadt, der seit Ausbruch des Syrienkrieges vor fünfeinhalb Jahren in Händen der Regierung ist. Hier ist fast alles beim Alten, hier können Syrer ein normales Leben führen.

Allerdings ist Aleppo zweigeteilt. Der Osten der Stadt, inklusive der mehr als 5000 Jahre alten Altstadt, wird von Gegnern der Regierung besetzt. Hier haben sich Rebellen und Dschihadistenmilizen verschanzt – dazwischen leben weiterhin Tausende unschuldige Zivilisten. Weite Teile liegen in Schutt und Asche.

Auch für Ost-Aleppo gibt es ein Drohnenvideo. Es sieht allerdings so aus:

Diese Aufnahmen wurden Anfang der Woche von der Nachrichtenagentur Reuters gemacht – nachdem das syrische Regime und Russland in nur drei Tagen 150 Luftangriffe über Aleppo geflogen hatte ("The Atlantic").

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