Bild: Unsplash/Antonio Grosz
Was das für Kunden – und Bauern – bedeutet.

Aldi will ab Donnerstag seine Milchpreise deutlich senken. Das hat die Supermarktkette nun angekündigt. 

Bei Aldi Süd ändern sich die Preise wie folgt:

  • Der Liter frische Vollmilch kostet 69 Cent, das ist ein Rückgang um 9 Cent von bislang 78 Cent.
  • Der Liter fettarme Milch kostet 61 Cent, das ist ein Rückgang um 7 Cent von bislang 68 Cent.
  • Das heißt, die Preise werden jeweils um mehr als ein Zehntel gedrückt.

Für den Kunden klingt das erst einmal nach einer tollen Nachricht. Schließlich muss er an der Kasse weniger bezahlen. Tatsächlich steckt aber mehr dahinter.

Warum senkt Aldi die Preise?

Der Milchmarkt ist in seiner Produktionsmenge immer sehr schwankend: Bei niedrigen Angebotsmengen steigt der Preis, bei großen Angebotsmengen sinkt er. Der 1. Mai spielt in diesem Szenario eine wichtige Rolle: Er ist der Stichtag für die Lieferverträge zwischen Molkereien und dem Handel für das nächste halbe Jahr. 

Laut Björn Börgermann vom Milchindustrieverband ist die Preissenkung eine Reaktion auf die erhöhte Produktionsmenge bei Trinkmilch. (SPIEGEL ONLINE

Im weltweiten Vergleich gibt es da große Unterschiede:

  • In den USA, einem der wichtigsten Partner auf dem internationalen Markt, steigt die produzierte Trinkmilchmenge kontinuierlich.
  • In Irland und Neuseeland beispielsweise hingegen wurde weniger Milch produziert als im Vorjahr. 

Welche Konsequenzen hat das für die Bauern?

Hans Foldenauer ist der Sprecher des Deutschen Milchviehverbands. Er sieht die Entwicklung in den Supermarktregalen kritisch:

"Es ist zu viel Milchmenge in dem Bereich da und die Molkereien haben sich bei den Verhandlungen mit dem Handel wieder gegenseitig unterboten. In der Summe sind es wir Milchbauern, die dafür die Zeche zahlen." 

Heißt im Klartext: Die Molkereien verkaufen die Milch zu immer günstigeren Preisen an den Handel, da sie sehr große Mengen an Milch absetzten müssen. Die geringeren Einnahmen pro Liter büßt dann aber nicht die Molkerei selbst, sondern die Milchbauern, denen die Molkereien die Milch abkaufen. 

  • Andererseits profitieren die Milchbauern seit Jahren stark von den Agrarsubventionen der EU. Über zu wenig Unterstützung können sie sich nicht beschweren. Wer mehr als 60 Stunden die Woche auf seinem Hof arbeitet, will natürlich gerecht entlohnt werden. Aber: Auch beim Milchpreis bestimmt nunmal das Angebot und die Nachfrage den Preis. 
  • Deutschland ist innerhalb der EU der größte Milchproduzent. Die deutschen Milchbauern bringen so viel Milch auf den Markt, dass sie alleine in Deutschland überhaupt nicht verkauft werden kann. Der größte Teil muss also durch Export abgesetzt werden. 

Der Bund Deutscher Milchviehhalter e.V. kämpft seit Jahren gegen die sinkenden Milchpreise und forderte von der Regierung, dass sie Unterstützung bekommen. 2016 hat die Bundesregierung dann tatsächlich Hilfe zugesagt, in Form eines mehrstufigen Maßnahmenpakets und Steuerentlastungen. (Handelsblatt)

Am 1. Mai wurden jedoch nicht nur die Verträge für Milch verhandelt. Auch die Konditionen beim Butterverkauf wurde neu besprochen.

  • Butter wird für den Endverbraucher ab Donnerstag teurer.
  • Aldi Süd plant die Butter von 1,59 Euro auf 1,79 Euro pro 250 Gramm zu erhöhen.
  • Das entspricht einem Anstieg von 20 Cent oder 12,6 Prozent

Der Grund liegt hier aber nicht beim steigenden Angebot der Milch, sondern bei der steigenden Nachfrage nach Fett. Verbandsvertreter Björn Börgermann erklärt das so: Anfang des Jahres war der Fettgehalt in der Rohmilch, aus der Butter hergestellt wird, niedriger als sonst. Es wird also eine größere Menge an Fett nachgefragt als sonst, das treibt den Preis nach oben.

Außerdem benötige man einen großen Anteil des Fetts für die Herstellung von Käse. Nicht zuletzt spielt auch die Spargelsaison eine Rolle: In der Zeit von Mitte April bis Ende Juni wird viel mehr Butter gegessen, als sonst. 


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