Bild: Facebook/Montage: bento

Bei Twitter und in rechten Facebook-Gruppen geht seit einigen Tagen ein Foto herum, das dort wohlwollend beklatscht wird. Es zeigt angeblich den aktuellen Prospekt der Discounterkette Aldi Nord. 

Im Angebot: Pfefferspray und Schlagstöcke, außerdem eine Schulung für den Kleinen Waffenschein und eine Schutzweste für 399 Euro. Schützt gegen "Stich und Ballistik" steht daneben.

Die Idee, die in den Posts dazu verbreitet wird: Deutschland ist gefährlich und unsicher, also muss sich der Bürger selbst schützen.
(Bild: Facebook; Screenshot: bento)

In den Kommentaren freuen sich Nutzer über das Angebot. Bei Aldi bekomme man alles, heißt es da. Und es sei "geil", dass man sich endlich schützen kann. An einer Stelle gibt ein Nutzer Tipps – welche Waffen man in der Öffentlichkeit mit sich führen dürfe und welche nicht.

Aber es gibt auch Skepsis: Kann das echt sein? Geht das nicht zu weit? Was, wenn Kinder sich damit ausrüsten?

Sind die Waffenangebote bei Aldi also ein Fake? Ja, sind sie. 
  1. Den Prospekt gibt es so nicht, sagt ein Sprecher von Aldi-Nord auf Nachfrage zu bento. Selbstverständlich handele es sich um ein Fake.
  2. Und: Keine der insgesamt fünf Waren gab oder gibt es im Angebot. "Derartige Produkte verkaufen wir selbstverständlich nicht an unsere Kunden", sagt der Sprecher.
  3. Das Unternehmen habe sich an Facebook gewandt, um die Beiträge löschen zu lassen.

Was das Bild also ist? Nur eine provozierende Fälschung. 

Woher kommt die Fälschung?

Höchstwahrscheinlich nicht von rechten Facebook-Gruppen – sondern von der Ska-Band "Sondaschule".

Die hat Anfang Juni ein neues Musikvideo veröffentlicht. Titel: "Waffenschein bei Aldi". Der Song prangert die verbale Aufrüstung im Land an. Dummerweise nutzen rechte Seiten nun die Aldi-Idee – ohne ihren kritischen Hintergrund.

Das Video zu "Waffenschein bei Aldi" zeigt bürgerliches Idyll; mit AfD-Schlagzeilen in der Boulevardpresse und Kindern, die Räuber und Gendarm mit automatischen Waffen spielen. In einer Szene auch zu sehen – ein Aldi-Prospekt, der genauso aussieht, wie die Version, die jetzt durchs Netz wandert. Nur die Verkaufsdaten sind anders. Die Stelle kannst du bei 1:14 sehen:

Ganz perfekt ist die Fälschung jedoch nicht. Wer genau hinsieht, entdeckt einen Fehler: Die Schutzweste war angeblich ab Montag, dem 5. Juni, im Angebot. Wer sie tatsächlich hätte erwerben wollen, hätte aber vor verschlossenen Türen gestanden. An dem Tag war Pfingstmontag.

Noch so ein Fake aus dem Netz – dieses Mal mit der AfD:


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