Bild: dpa/Stephanie Pilick

Als die Gründer von Airbnb ihre Plattform ins Leben riefen, hatten sie eine Vision: Sie wollten Menschen die Möglichkeit bieten, sich in anderen Ländern zu Hause zu fühlen, andere Kulturen kennenzulernen.

Was sie nicht wollten: Diskriminierung und Hass unterstützen. Nur lässt sich das nicht so leicht kontrollieren. Das Unternehmen versucht es trotzdem. 

Aktuell sperrt Airbnb offenbar mehrere Nutzer, die in Verdacht stehen, an einer rechtsradikalen Versammlung im US-amerikanischen Charlottesville, Virginia, teilzunehmen. 

Die Veranstaltung ist für kommenden Samstag, den 12. August geplant und heißt "Unite the Right". 

Organisiert wird sie von dem als rechtsextrem bekannten Blogger Jason Kessler, der im Internet Videos veröffentlicht, in denen er über die Diskriminierung von Weißen spricht. (YouTube).

Selbst rechtskonservative Politiker aus Charlottesville distanzierten sich bereits von der Veranstaltung, weil Kessler antisemitische und nationalistische Redner eingeladen hat. So werden unter anderem Mitglieder der Neo-Nazi-Website "The Daily Stormer" erwartet, die beispielsweise über "Jüdische Probleme" und "Rassenkriege" schreiben. (Daily Progress)

Nun melden einige Teilnehmer, Airbnb habe ihre Profile gesperrt – und vermuten, es habe mit der Versammlung zu tun.

Eine Nutzerin, die in in Charlottesville nach Unterkünften gesucht hatte, postete ein Schreiben von Airbnb in die Facebook-Gruppe der Veranstaltung: "Nach einem Routinecheck Ihres Airbnb-Kontos, müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir diesen wegen Verstoßes gegen unsere Nutzungsbedingungen nicht länger aufrecht erhalten können."

Laut der rechten Website "The Revolutionärs Convervative" wurden noch weitere Accounts von Mitgliedern gesperrt, die geplant haben, an der Versammlung teilzunehmen. Ob das der tatsächliche Grund ist, ist allerdings unklar.

Klar ist: Es gab in der Vergangenheit bei Buchungen über Airbnb immer wieder Fälle von Rassismus.
  • Daraus entstand unter anderem der Hashtag #AirbnbwhileBlack. Schwarze berichteten darüber, wie sie von ihren Gastgebern diskriminiert wurden.
  • In Amsterdam schmiss ein Gastgeber die südafrikanische Studentin Sibahle Nkumbi mit den Worten "Das ist hier nicht Afrika" aus der Wohnung und schupste sie dabei die Treppe hinunter. (bento)
  • In den USA verweigerte eine Frau der 26-jährigen Dyne Sch in letzter Minute ihre Unterkunft mit der Begründung, sie sei Asiatin. (Der Standard)
Airbnb versucht immer wieder, dagegen vorzugehen. Zuletzt passte das Unternehmen seine Nutzungsbedingungen an. 

Dazu gehört auch eine härtere Antidiskriminierung-Richtlinie, in der das Unternehmen seinen Mitglieder unter anderem untersagt, Gäste aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität, Religion, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder Familienstand abzulehnen. (Antidiskriminierungsrichtlinie Airbnb, Wirtschaftswoche)

Die gesperrte Nutzerin, die an der "Unite the Right"-Versammlung teilnehmen wollte, wusste aber nichts von den Änderungen, denen alle Mitglieder zustimmen mussten, wie sie in einem Kommentar unter ihrem Beitrag schreibt. 

Ohne Zustimmung behält Airbnb sich vor, das Konto des Mitglieds zu löschen. Es kann also auch sein, dass die Nutzerin deswegen gesperrt wurde.

In einem Statement dazu gab Airbnb allerdings auch an, dass das Unternehmen über "background checks" und Hinweise anderer Mitglieder Nutzer identifiziert, die gegen Bestimmungen verstoßen. 

Dass die Teilnahme an einer rechtsextremen Veranstaltung dazu gehört, lässt sich nur vermuten. Wie Airbnb dabei genau vorgeht, erklärten sie nicht. (BuzzFeed)

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