Bild: Getty Images

Vor etwas mehr als zwei Jahren entschloss die Familie von Ailan Kurdi, aus Syrien zu fliehen. Im Land tobte seit mehr als vier Jahren ein brutaler Bürgerkrieg. Die kurdische Familie aus dem Norden Syriens wollte sich in Sicherheit bringen. 

Der Vater von Ailan Kurdi hatte bereits in der Türkei gearbeitet und Geld gespart. Jetzt folgten seine Frau und die Söhne Ailan und Galip. Mit dem Geld kauften sich die Kurdis Tickets bei einem Schleuser, der die Weiterfahrt nach Europa organisieren sollte. Ailans Vater bezahlte 4000 Euro für die Überfahrt, sagte er später der "Welt"

Das Schlauchboot kenterte. Bis auf den Vater ertranken alle, der Leichnam von Ailan Kurdi wurde zurück an die türkische Küste gespült.

Das war am 2. September 2015. 

"Im Wasser suchte ich nach den Armen meiner Kinder und packte sie, aber ich merkte, dass sie schon tot waren", sagt Ailans Vater über den Moment, als das Schlauchboot unterging. Er habe sie dann losgelassen, um seine Frau zu retten. Auch das vergebens.

Die Bilder des toten Ailan Kurdi gingen kurz darauf um die Welt.

Im Netz teilte sich das Foto des leblosen Körpers, Zeitungen druckten es auf ihre Titelseiten. Künstler verewigten den Jungen als Graffiti und auf Gemälden. 

Ailan Kurdi als Graffiti in Frankfurt am Main(Bild: Arne Dedert/dpa)

Das drastische Bild hat damals viele schockiert. Es war eine Art Nie-wieder-Moment. Im Mittelmeer begannen Flüchtlingshelfer, aktiv zu werden. Europa versuchte in einem Deal mit der Türkei, illegalen Schleppern das Handwerk zu legen.

Doch im Mittelmeer sterben weiterhin Flüchtlinge bei den gefährlichen Überfahrten. In den vergangenen zwei Jahren waren es mindestens 8500.

Diese Zahl hat das Flüchtlingshilfswerk der Uno nun veröffentlicht (hier ist der Uno-Bericht). 

  • Knapp 4200 Menschen sind zwischen September 2015 und August 2016 ertrunken.
  • Weitere 4300 Menschen kamen zwischen September 2016 und August 2017 bei der Überfahrt ums Leben.

Europa versucht mittlerweile, Abkommen mit afrikanischen Staaten zu schließen, um Flüchtlinge noch vor der Küste abzufangen. Auch Deals mit kriminellen Banden werden geschlossen:

Wirklich verhindern wird das den Wunsch vieler nach einem besseren Leben in Europa nicht. Ailan Kurdis Vater traf noch in der Türkei einen anderen Familienvater, der mit seinem Sohn auf dem Arm ebenfalls die gefährliche Überfahrt wagen wollte. 

Er sagte:

Ich habe mich entschieden. Entweder wir sterben oder wir leben wie menschliche Wesen.

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Darum gab es am Sonntag kein "Schulz & Böhmermann"
Schuld war eine Panne beim ZDF

Was war denn da los? Statt Böhmi und Schulzi gab es auf ZDFneo am Sonntagabend nur die Wiederholung eines Krimis. Dabei war eigentlich wie jede Woche eine neue Folge von "Schulz & Böhmermann" vorgesehen. (DWDL)

Schuld an der spontanen Programmänderung war einer der Gäste der Sendung – und eine selbst auferlegte Regel, die das ZDF offenbar vergessen hatte.