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Wie war das mit dem Thema "Frühsexualisierung"?

Das stärkste Druckmittel einer Oppositionspartei sind die sogenannten kleinen und großen Anfragen. Damit können Parteien im Landtag oder Bundestag der Regierung kritische Fragen stellen, die muss dann Fakten liefern.

Im Bundestag ist die AfD die stärkste Oppositionskraft – und nutzt die Anfragen gerne und häufig, um ihr eigenes Weltbild abzuklopfen. Das Problem ist meist: Die Antworten fallen dann anders aus, als es die Rechtspopulisten erwartet haben.

Ein paar Beispiele: 

Was ist eine Kleine Anfrage?

Die Abgeordneten einer Fraktion haben das Recht, schriftlich von der Regierung Auskunft über bestimmte Sachthemen durch eine so genannte Kleine Anfrage zu verlangen. Kleine Anfragen werden schriftlich beantwortet und nicht öffentlich beraten.

Nun wollte die AfD mal wieder eine gefühlte Wahrheit aufdecken: Nämlich, dass es dank der Geflüchteten immer mehr minderjährige Mütter und Zwangsehen in Deutschland gibt.

Im Bundestag stellte die Partei eine entsprechende Kleine Anfrage. Es geht um minderjährige Mütter, wie viele davon verheiratet sind – und wie die Regierung "junge muslimische Mädchen vor Zwangsverheiratung" schützen will. Der Grundtenor der Fragen: Alles wird immer schlimmer, und alles hat mit dem Islam zu tun.

Die Antwort der Regierung fällt allerdings ernüchternd aus. 

Das sagt die Regierung:

  1. Zwischen 2012 und 2017 gab es 4.385.130 Geburten in Deutschland. Von all diesen Geburten wurden nur 36.224 von minderjährigen Müttern ausgetragen. Das sind 0,8 Prozent.
  2. Ein Fünftel aller Geburten wurde von einer Mutter ohne deutschen Pass ausgetragen, insgesamt 877.311. Aber nur 8664 davon waren bei der Geburt minderjährig. Das sind 0,9 Prozent – es gibt also im Verhältnis nicht mehr minderjährige Mütter unter Nichtdeutschen als unter Deutschen.
  3. Außerdem waren nur bei 0,01 Prozent der Geburten die nichtdeutschen, minderjährigen Mütter bereits verheiratet. Das ist der Teil, in dem die AfD zwangverheiratete Minderjährige vermutet.

Das heißt: Dass Minderjährige schwanger werden, ist zwar ein wichtiges Thema – aber insgesamt eher ein kleines Problem. Und dann unter Deutschen nicht mehr oder weniger als unter Nichtdeutschen. 

Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort darauf hin, dass das Bundesfamilienministerium dafür sorgen möchte, die sexuelle Aufklärung unter Jugendlichen zu fördern. Also eben: über Verhütung und indivuelle Sexualität aufklären, damit junge Menschen zuverlässig Entscheidungen treffen und mit Vertrauenspersonen ungeniert reden können, falls Probleme auftreten. 

Das ist übrigens das, was gerade die AfD gerne als "Frühsexualisierung" verteufelt.


Streaming

Genug mit den Kerlen: "Spider-Man" bekommt eine komplett weibliche Kino-Version
Was bekannt ist – und wo das "Aber" liegt.

Spider-Man gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Comic-Helden – und hat entsprechend in den vergangenen Jahrzehnten Dutzende Serien und Filme angehäuft. Immer sind es aber Männer, die ins Spinnen-Outfit schlüpfen, aktuell spielt Tom Holland die Spinne. 

Nun plant Sony, das Filmstudio hinter den "Spider-Man"-Filmen, einen Film mit weiblichen Heldinnen im Mittelpunkt.

Joaquin Dos Santos, der die "Avatar"-Serie gedreht hat ("The Last Airbender", nicht die blauen Leute aus Pandora), soll Regie führen. David Callaham, der das Drehbuch zum zweiten "Wonder Woman" geschrieben hat, soll die Geschichte liefern. (The Hollywood Reporter)

Doch es gibt ein "Aber". Das ist bislang bekannt:

  • Der Film wird keine Realverfilmung, sondern ein Animationsfilm. Wir sehen also keine echten Schauspielerinnen im Spinnen-Kostüm, sondern hören nur ihre Stimmen.
  • Das ganze wird im Universum von "Spider-Man: Into the Spider-Verse" angesiedelt sein. Der Comicfilm läuft am 13. Dezember in Deutschland an.

Die Idee der Filme geht auf das "Spinnen-Universum" der Comics zurück. Dort gibt es nämlich nicht nur Peter Parker und Miles als Spider-Men, sondern viele verschiedene Versionen, die in parallelen Welten gegen das Böse kämpfen. Und das kann dann ein Spider-Girl sein. Oder ein Spiderschwein. 🤷🏼‍♂️