Das AfD-Wörterbuch

Im Netz tobt ein erbitterter Kampf. Vor allem von rechts wird dabei oft mit komischen Begriffen hantiert – die ihre Wurzeln zum Teil in der Zeit des Nationalsozialismus haben. Mehr und mehr rücken diese Begriffe wieder in die Mitte unserer Gesellschaft.

Diese Übersicht stellt dir die wichtigsten Wortkreationen vor. Und was sie bedeuten sollen.

Gutmensch, der

  • Wortart: Substantiv, Maskulinum
  • Wortherkunft: Aus der Debattenkultur anfang der Neunziger
  • Prominentes Beispiel: "Immer wenn Gutmenschen persönlich werden, geht es um Dinge, die sie nicht wahrhaben wollen.  "#Bevölkerungsaustausch" (Beatrix von Storch auf Twitter)

Was steckt dahinter? 

Die "Gesellschaft für deutsche Sprache" schreibt, ein Gutmensch war ursprünglich eine Art besorgter Bürger. Also empfindsame Menschen, die sich häufiger als andere Sorgen um ihre Mitmenschen machen und an einer Verbesserung der Gesellschaft interessiert sind. Um Dinge zu verändern, legen sie hohe moralische Maßstäbe an sich und andere.

In den Neunzigern wurde das Wort erstmals umfangreich benutzt. Ob das Wort Ursprünge im Nationalsozialismus hat, können Historiker nicht belegen. Allerdings wird es heute von ihren geistigen Nachfahren benutzt: Neonazis.

So wird "Gutmensch" bei Google gesucht:

Google-Suchanfragen seit 2004.

Wie wird der Begriff "Gutmensch" verwendet? 

Genau gegenteilig – nicht mehr als Lob für den "Besorgten", sondern als Kritik gegenüber des "Moralapostels".

In der rechten Szene werden damit vor allem Menschen kritisiert, die sich für Humanismus einsetzen. 2015 wurde es zum Unwort des Jahres gewählt. Begründung: Das Wort diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus". (Tagesspiegel )

Was kann ich entgegnen, wenn mein rechter Onkel das sagt? 

Wer Gutes tut, kann kein schlechter Mensch sein.  


Future

Wie es wirklich ist, wenn man in der Werbung arbeitet

Die Werbebranche trifft sich einmal im Jahr in Cannes in Südfrankreich, feiert mit Rosé und Bier am Strand, hört sich ein paar Vorträge an und nimmt im besten Fall eine Auszeichnung in Form eines Löwen aus Edelmetall mit nach Hause.

Eine Woche lang dauert das Werbefestival. Was als Festival der internationalen Kreativszene begann, ist mittlerweile zum größten Jahrmarkt der Digital-Giganten wie Google und Facebook geworden.