Ein AfD-Wörterbuch.

Sie reden von "Umvolkung", "Lügenpresse" oder von "Frühsexualisierung", das Wort "völkisch" müsse wieder positiv besetzt werden, am Begriff "Schuldkult" können sie nichts Verwerfliches erkennen.

Die neue Rechte um die AfD fällt oft mit nationalistisch geprägten Begriffen auf. 

In Reden, in Tweets und selbst in offiziellen Parteidokumenten bedienen sich AfD-Politiker mittlerweile eines Vokabulars, das zum Teil in der Tradition der Nationalsozialisten steht, zum Teil aus Wortneuschöpfungen besteht, denen man ihre Menschenfeindlichkeit erst auf den zweiten Blick anmerkt. 

Viele dieser Begriffe sind längst wieder in der Gesellschaft angekommen. Unsere Sprache verschiebt sich Stück für Stück nach rechts. Der Politikwissenschaftler Robert Feustel warnt, auch andere Parteien würden mittlerweile das AfD-Vokabular übernehmen – von der CDU bis zur Linkspartei. (bento)

Zur Person

Robert Feustel, 37 Jahre alt, ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig. Zusammen mit anderen Autoren betreibt er den sprachlos-blog.de. Aus diesem ist das "Wörterbuch des besorgten Bürgers" entstanden, das am 7. Dezember im Ventil-Verlag erscheint.


Feustel hat 4 Methoden erkannt, mit denen die AfD Begriffe für sich besetzt:

  1. Die Aktualisierung von alten Nazi-Begriffen, die auf die heutige Zeit angewendet und für eigentlich harmlos erklärt werden – zum Beispiel der "Volksverräter" oder der "Volkstod". (Mehr zu Nazi-Begriffen bei bento)
  2. Die Umkehrung von Begriffen gegen ihren traditionellen Sinn. "Das passiert etwa, wenn Pegida-Demonstranten 'Demokratie' fordern und straffe Autorität meinen", sagt Feustel.
  3. Die Pauschalisierung. Ein Beispiel hierfür ist "Asylant", eine abwertende Bezeichnung für alle Flüchtlinge. 
  4. Die Inszenierung eines Tabubruchs. "Es werden vermeintliche Tabus zitiert, die dann gebrochen werden", sagt Feustel. So gebe es angeblich "Sprachverbote", mit den ein Wort, das niemand verboten hat, plötzlich als interessant gilt.

Was wollen Rechte mit ihrer speziellen Nutzung von Sprache erreichen? Und wie kann man sie entzaubern?

Diese Fragen will bento im neuen AfD-Wörterbuch beantworten. Gängige rechtspopulistische Begriffe untersuchen wir auf ihre Herkunft – die oft gar nichts mit der AfD zu tun hat. Und auf ihre aktuelle Nutzung – die sehr viel mit der AfD zu tun hat. 

Du findest sie unter dem Schlagwort "AfD-Wörterbuch"

Das AfD-Wörterbuch

Im Netz tobt ein erbitterter Kampf. Vor allem von rechts wird dabei oft mit komischen Begriffen hantiert – die ihre Wurzeln zum Teil in der Zeit des Nationalsozialismus haben. Mehr und mehr rücken diese Begriffe wieder in die Mitte unserer Gesellschaft.

Diese Übersicht stellt dir die wichtigsten Wortkreationen vor. Und was sie bedeuten sollen.

Das sind die bisherigen Begriffe in unserem "AfD-Wörterbuch", sie werden regelmäßig um neue Einträge ergänzt:


Gerechtigkeit

AfD-Wörterbuch: Das steckt hinter dem Wort "Gutmensch"