Das AfD-Wörterbuch

Im Netz tobt ein erbitterter Kampf. Vor allem von rechts wird dabei oft mit komischen Begriffen hantiert – die ihre Wurzeln zum Teil in der Zeit des Nationalsozialismus haben. Mehr und mehr rücken diese Begriffe wieder in die Mitte unserer Gesellschaft.

Diese Übersicht stellt dir die wichtigsten Wortkreationen vor. Und was sie bedeuten sollen.

Asylindustrie, die

  • Wortart: Substantiv, Femininum
  • Wortherkunft: Medienbegriff im Zuge der Flüchtlingsfrage 2014/2015
  • Prominentes Beispiel: "Schluss mit der Steuergeldverschwendung für die Asylindustrie" (Georg Pazderski, Berliner AfD-Vorsitzender)

Was steckt dahinter? 

Gemeint sind Vereine und Organisationen, die sich in Deutschland um Flüchtlinge kümmern – und so entsprechend ihr Geld verdienen. Die Träger bekommen vom Staat Geld, um die Schutzsuchenden unterzubringen. Der Vorwurf: Viele Einrichtungen sparen an der Unterbringung und verdienen so am Flüchtling.

Der Begriff tauchte zuerst in den Medien auf, um auf diesen Missbrauch aufmerksam zu machen. (Die Welt)

Wie "Asylindustrie" auf Google gesucht wird:

Suchanfragen von 2004 bis heute.

Wie wird der Begriff "Asylindustrie" verwendet? 

Mittlerweile taucht der Begriff vor allem in rechten Blogs auf. Und steht für eine Verschwörung: Die Blogs behaupten, Vereine sorgen absichtlich dafür, dass Flüchtlinge lange im Asylverfahren gehalten werden, damit sie entsprechend länger an ihnen verdienen können.

Auch der CSU-Politiker Alexander Dobrindt spricht mittlerweile von einer "Anti-Abschiebe-Industrie". Vor allem Anwälte würden dafür sorgen, Flüchtlinge lange in Asylverfahren zu halten. (SPIEGEL ONLINE)

Was kann ich entgegnen, wenn mein rechter Onkel das sagt?

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler - auch in Ausländerbehörden oder Vereinen. Und ja, auch Fälle von Korruption gibt es, wie der Fall Bremen zeigt. Eine Industrie – organisiert, verknüpft, gewinnorientiert – ist die Hilfe für Flüchtlinge dennoch nicht. Die Gelder sind festgelegt, Gewinne gibt es also keine. (SPIEGEL ONLINE)


Future

Wie es wirklich ist, wenn man in der Werbung arbeitet

Die Werbebranche trifft sich einmal im Jahr in Cannes in Südfrankreich, feiert mit Rosé und Bier am Strand, hört sich ein paar Vorträge an und nimmt im besten Fall eine Auszeichnung in Form eines Löwen aus Edelmetall mit nach Hause.

Eine Woche lang dauert das Werbefestival. Was als Festival der internationalen Kreativszene begann, ist mittlerweile zum größten Jahrmarkt der Digital-Giganten wie Google und Facebook geworden.