Das AfD-Wörterbuch

Im Netz tobt ein erbitterter Kampf. Vor allem von rechts wird dabei oft mit komischen Begriffen hantiert – die ihre Wurzeln zum Teil in der Zeit des Nationalsozialismus haben. Mehr und mehr rücken diese Begriffe wieder in die Mitte unserer Gesellschaft.

Diese Übersicht stellt dir die wichtigsten Wortkreationen vor. Und was sie bedeuten sollen.

Schuldkult, der

  • Wortart: Substantiv, Maskulinum
  • Wortherkunft: aus der Neonazi-Szene der Achtziger
  • Prominentes Beispiel: "Ich erkläre hiermit diesen Schuldkult für endgültig beendet." (Der AfD-Politiker Jens Maier bei einer Rede)

Was steckt dahinter? 

Die Nationalsozialisten sind für die Vertreibung, Internierung und Ermordung von Millionen Juden verantwortlich. Aus dieser Vergangenheit erwächst für das heutige Deutschland eine besondere Verantwortung: Das Bekenntnis zu Israel und zu einer toleranten Gesellschaft, in der es eine Ausgrenzung wie zur Zeit der Nazis nie wieder geben soll.

Möglich wird das durch eine besondere Form der Erinnerung, die den Holocaust aufarbeitet und dem Gedenken an die Opfer viel Raum gibt. Diese Erinnerungskultur bezeichnen Rechte als "Schuldkult".

Wie wird der Begriff "Schuldkult" verwendet? 

Abwertend. NPD und Republikaner nutzten das Wort, um die Erinnerungskultur zu diffamieren, heute taucht er bei Pegida und der AfD auf. Die Vergangenheit soll ihrer Meinung nach nicht nur negativ bewertet werden. So forderte zum Beispiel Alexander Gauland, die "Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen" solle wieder gewürdigt werden. 

Gleichzeitig nutzen auch Antisemiten und Holocaust-Leugner die Formulierung. Um so das Gedenken an getötete Juden zu schmälern: Denkmäler für getötete Juden und Stolpersteine bezeichneten AfD-Politiker bereits als "Schande" und "Erinnerungs-Diktatur".

Was kann ich entgegnen, wenn mein rechter Onkel das sagt?

Es gibt keinen Schuldkult. Es gibt nur ein ehrliches Gedenken an die Opfer der Nazis. Punkt.


Future

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Die Werbebranche trifft sich einmal im Jahr in Cannes in Südfrankreich, feiert mit Rosé und Bier am Strand, hört sich ein paar Vorträge an und nimmt im besten Fall eine Auszeichnung in Form eines Löwen aus Edelmetall mit nach Hause.

Eine Woche lang dauert das Werbefestival. Was als Festival der internationalen Kreativszene begann, ist mittlerweile zum größten Jahrmarkt der Digital-Giganten wie Google und Facebook geworden.