Bild: dpa/Martin Schutt
Zwei Fragen und Antworten zum Fall.

Als Björn Höcke vor wenigen Monaten ein Parteiausschluss drohte, setzte sich der Vorsitzende des Landesschiedsgerichts der Thüringer AfD für ihn ein. Höcke war Nähe zur Nazi-Ideologie vorgeworfen worden, das dreiköpfige Schiedsgericht entlastete ihn jedoch und lehnte den Parteiausschluss ab. Nun stellt sich heraus: Der Vorsitzende des Schiedsgerichts schwelgt offenbar selbst gern in der nationalsozialistischen Vergangenheit.

Was ist passiert?

Mit anderen AfD-Mitgliedern soll der Mann im Oktober 2015 zu Stationen des Lebens von Adolf Hitler gereist sein und beim Geburtshaus eine Kerze angezündet haben. Es soll außerdem ein Bild von dem Mann existieren, in dem er mit einem Hitler-Foto zu sehen ist.

Zudem soll er hinter einem Tisch posiert haben, über den eine mit Hakenkreuz und SS-Zeichen versehene Decke gebreitet war. Eine entsprechende Aufnahme soll dem Bundesvorstand der AfD seit September bekannt sein, der Mann soll inzwischen aus der AfD ausgetreten sein. (Thüringer Allgemeine)

Was sagt die AfD dazu?

Derartige Bilder könnten zu einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz führen und "die Existenz der gesamten AfD" gefährden, sagte ein bayrischer AfD-Politiker. Die Interessengemeinschaft der Alternativen Mitte fürchtet währenddessen einen Mitgliederverlust und das Verschwinden "in der Bedeutungslosigkeit" – von einer Verurteilung der Taten keine Spur (MDR). 

Höckes Co-Landesvorsitzender Stefan Möller hält das Posieren mit Nazi-Symbolen für "indiskutabel" und die Aktion des Schiedsrichters für einen schlechten "Spaß und eine dumme Idee". Eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Höcke schloss er allerdings aus. (Thüringer Allgemeine)


Musik

Bushido schmeißt Radio-Job nach zwei Tagen hin, weil er dafür zu früh aufstehen muss
We feel you.

Für Morgenmuffel beginnt der Tag mit dem schlimmstmöglichen Ereignis: dem Aufstehen. Danach geht es dann sehr langsam bergauf. Besonders hart ist dieser tägliche Prozess, wenn man sehr früh aufstehen muss. Zum Beispiel, weil man Bäckerin ist oder Busfahrer – oder Radiomoderatorin. Für letzteren Job hat sich vor kurzem auch Rapper Bushido entschieden. Ein Fehler, wie er nun offenbar festgestellt hat.

Seit verganener Woche Montag moderierte er beim Berliner Radio 98.8 KISS FM die Morgensendung. Schließlich war dies sein Lebenstraum: "Ich wollte schon immer meine eigene Radioshow und die hab ich mir jetzt gegönnt", sagte er im Vorfeld. 

Toll, Glückwunsch! Oder doch nicht?

Zwei Tage lang hielt Bushido durch und war von 6 bis 10 Uhr morgens in der Redaktion. Am dritten Tag waren seine Frühaufsteh-Kräfte am Ende: Erst fiel er wegen Krankheit aus, dann kündigte er komplett. Am Freitag soll er den Radiokollegen eine Sprachnachricht geschickt haben. Die Message: "An dieser Stelle möchte ich euch leider mitteilen – ich bin raus" und "fetten Respekt", "dass ihr euch jeden Morgen so früh in den Sender begebt" (Berliner Kurier).

Recht hat er. Darauf erst mal schön ausschlafen.