Bild: Landjugend RheinhessenPfalz/ David Haas
Christoph 27: "Ich hoffe, es bleibt ein einmaliger Spuk"
Christoph Wagner, 27, engagiert sich im autonomen Schwulenreferat des Asta der Uni Mainz

"Ich bin bestürzt über das Ergebnis der AfD. Dass die Partei rechtspopulistisch ist, ist noch deutlich untertrieben. Sie stehen für ein reaktionäres Weltbild, das von Hass geprägt ist. Eine Familie besteht für sie ausschließlich aus Vater, Mutter, Kind. Selbst Alleinerziehende sehen sie schon kritisch.

Für die queere Bewegung ist das Wahlergebnis ein Rückschritt. Die Sprache und Politik-Kultur der AfD wird das Niveau im Landtag senken. Ich hoffe, es bleibt ein einmaliger Spuk in der Geschichte von Rheinland-Pfalz.

Die bisherige rot-grüne Landesregierung hat sich für die queere Bewegung in Rheinland-Pfalz eingesetzt, zum Beispiel hat sie einen Landesaktionsplan namens "Rheinland-Pfalz unter dem Regenbogen" initiiert. Das Land ist toleranter und bunter geworden. Ich hoffe sehr, dass es in einer neuen Regierung unter Malu Dreyer als Ministerpräsidentin so weitergeht."

Fotostrecke: Mit diesen Menschen haben wir gesprochen
1/12
David, 26: "Ich hätte mir einen Machtwechsel gewünscht"
David Spies, 26, Winzer und stellvertretender Vorsitzender der Landjugend RheinhessenPfalz(Bild: Landjugend RheinhessenPfalz/ David Haas)

"Das Ergebnis hat mich in zweierlei Hinsicht enttäuscht. Dass die AfD so stark wird, hätte ich nicht gedacht. Es ist eine reine Empörungspartei ohne Konzept. Ich habe es vorher nicht wahrgenommen, dass auch in Rheinland-Pfalz die Proteststimmung so ausgeprägt ist. Ich hoffe, dass sich die AfD im Landtag mit ihrer Politik selbst bloßstellen wird und der Reiz der Partei sinkt.

Durch den Erfolg der AfD wird die Politik der anderen Parteien eingeschränkt. Schon allein, weil jetzt die Koalitionsbildung schwierig wird.

Außerdem hätte ich mir einen Machtwechsel gewünscht. Denn die CDU will stärker als die SPD den Schuldenabbau vorantreiben. Die Verschuldung pro Kopf ist in Rheinland-Pfalz sehr hoch. Auch durch gescheiterte Großprojekte wie den Nürburgring. Man denkt an die Zukunft und welche Schulden sich da aufhäufen. Da wird einem Angst und Bange."

Julia, 26: "Die Demokratie hat gestern einen spürbaren Knacks erlitten"
​Julia Range, 26, DGB-Jugendbildungsreferentin

"Ich bin entsetzt über das starke Abschneiden der AfD. Das trübt auch die Freude über die merklich gestiegene Wahlbeteiligung. Die Demokratie hat gestern einen spürbaren Knacks erlitten.

Die nächsten Jahre gilt es, den Kampf gegen Rechts zu verstärken und besser klar zu machen, dass ein gutes Leben für Geflüchtete, gute Ausbildung und gute Arbeit mit der AfD nicht zu realisieren sind."

Alle unsere Artikel findest du unter Landtagswahlen 2016.