Man müsse nur nach Bayern schauen.

Seit zwei Tagen führt der Bundestag eine Generaldebatte. Zum Start der neuen Regierung stellen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Minister ihre politischen Ziele vor, die Opposition darf darauf antworten.

Die AfD ist die stärkste Oppositionskraft im Bundestag – und antwortet daher immer zuerst auf die Beiträge der Regierung. Am Freitag stellte die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze ihr Programm zum Klimaschutz vor.

Die AfD nahm es zum Anlass, den Klimawandel einfach mal grundsätzlich zu leugnen – mit absurden Belegen.

  • Zuerst sprach der AfD-Umweltpolitiker Karsten Hilse

Zu Beginn seiner Rede grüßte er seine Zuhörer und "vor allen Dingen die Patrioten von 'Pegida Dresden'". Dass der Mensch den Klimawandel beschleunige, nannte er eine "Irrlehre" und eine "Fantasie grüner Ideologen". Die Ziele zum Klimaschutz bezweckten in Wahrheit "die Enteignung von Millionen von Autofahrern".

Hilse meint:

"Das Klima soll so sehr in Gefahr sein, dass es geschützt werden soll. Wer das will, müsste damit anfangen, das Wetter zu schützen."

Er scheint den Unterschied zwischen Klima und Wetter nicht zu kennen: Das Klima beschreibt den langfristigen Zustand der Atmosphäre, das Wetter hingegen einen sehr kurzfristigen. 

Ein SPD-Politiker fragt schließlich Hilse, wie er darauf komme, dass der Klimawandel erfunden sei, wenn 99 Prozent aller Wissenschaftler etwas anderes sagen. Seine Antwort: 

"0,3 Prozent der Studien enthalten Hinweise, dass Erwärmung menschengemacht ist."

7 Beispiele, wie der Mensch der Umwelt und dem Klima schadet:

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  • Später redete sein Kollege Rainer Kraft. 

Er stellte infrage, ob die Wissenschaft in Deutschland frei forschen dürfe. Viele Forscher und Politiker würden an "ökopopulistischen Glaubenssätzen" festhalten. Sein Argument, warum es den Klimawandel nicht geben kann:

"In Bayern wurde der kälteste Frühlingsbeginn seit mindestens 138 Jahren, wenn nicht gar seit Beginn der Aufzeichnungen dokumentiert. Aber das nur am Rande."

Das Problem: Kein Klimaforscher der Welt hat jemals behauptet, dass es wegen der Erderwärmung nun nicht doch noch ein paar kalte Wintertage geben könnte. Diese werden nur seltener. Die Anzahl ungewöhnlich warmer Tage wird dagegen zunehmen. Darin sind sich fast alle ernstzunehmenden Forscher einig:

Wie reagierten die anderen Politiker im Saal?

Georg Nüßlein von der CSU amüsierte sich darüber, dass im Bundestag "Kollegen die Überzeugung mitgebracht haben, dass sie gescheiter sind als alle anderen". 

Und Ralph Lenkert von der Linken sagte, dass er eine Seminarfacharbeit von Elfklässlern betreut habe: "Die haben nachgewiesen, wie schon ein geringfügiger CO2-Anstieg zum Temperaturanstieg auf der Erde führt."

Andreas Jung von der CDU brachte die Debatte schließlich auf den Punkt:

Klimaschutz ist nicht grün, nicht rot, nicht schwarz – sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Gerechtigkeit

Was wäre, wenn Männer in weiblicher Form angesprochen würden?
Überall Kundinnen, Chefinnen und Freundinnen!

"Wer in der Sprache nicht vorkommt, der ist auch nicht im Bewusstsein.“ (Tagesschau)

Dieser Satz stammt von der 80-jährigen Marlies Krämer, der Frau, die vor dem Bundesgerichtshof für ihr Recht auf eine weibliche Anrede kämpfte.

Sie wollte von der Sparkasse nicht länger als "Kunde" bezeichnet werden – und sie wollte durchsetzen, dass auch in unpersönlichen Vordrucken "Kundin" steht. Doch der Bundesgerichtshof entschied: Frauen müssen in Formularen nicht in weiblicher Form angesprochen werden.