Ein AfD-Kreisverband in Niedersachsen teilt einen Post der Bundes-AfD auf Facebook, darunter entsteht eine Diskussion. Es geht um "deutsche Familien". Ein Kernthema für die AfD – würde man denken. Doch der lokale Zweig der Partei kann im Verlauf der Diskussion ihre Position nicht richtig erklären und gerät in Bedrängnis.

Was genau die AfD denn unter einer "deutschen Familie" versteht, fragt eine Frau. "Da gibt es nichts zu verstehen", ist die Antwort. Nach mehreren Nachfragen gibt es immer noch keine klare Antwort.

Am Ende löscht der Kreisverband den kompletten Post.

So soll sich die Diskussion zugetragen haben:
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Die Screenshots der Unterhaltung hat das Blog "AfD Wahrheiten" veröffentlicht. Die Betreiber versicherten gegenüber bento, dass die Screenshots echt sind und – abgesehen von den Schwärzungen – nicht bearbeitet wurden.

Wir wollen nun wissen, warum die Fragenden keine Antwort bekommen haben. Deswegen haben wir den AfD-Kreisverband Gifhorn-Peine kontaktiert.

"Dass Nachfragen zu einem Facebook-Post kommen, ist ja normal", sagt der stellvertretende Vorsitzende, Rupert Ostrowski. Doch in der Diskussion sei es gar nicht um das Thema des AfD-Posts, sondern nur um die Formulierung "deutsche Familie" gegangen. "Das hatte gar nichts damit zu tun", sagt Ostrowski.

Hat es aber doch: Gelder, die von der Bundesregierung für Flüchtlinge eingeplant werden, sollen stattdessen lieber an deutsche Familien gehen, so die AfD-Forderung.

Da ist es doch berechtigt, nachzufragen, was genau das bedeuten soll – oder?

Man hätte auf die Fragen schon etwas diplomatischer antworten sollen, sagt Ostrowski. Er selbst hätte einfach die Begriffe definiert.

Und wie? Was ist denn nun eine Familie?

"Der Begriff beschreibt einen Verband von Menschen, der auf Dauer angelegt ist", sagt Ostrowski. Das sei rechtlich klar definiert.

Falsch. Es gibt keine eindeutige Definition für "Familie" im Grundgesetz (Artikel 6).

Und was ist hier mit "deutsch" gemeint?

"Die Nationalität spielt bei dem Thema doch keine Rolle", sagt Ostrowski. Damit sei nur gemeint gewesen, dass es sich um eine Familie handeln muss, die in Deutschland lebt. Es gehe nicht darum, jemanden auszuschließen, es gehe um alle Familien. Dass in dem Post von "deutschen Familien" und nicht einfach von "Familien" die Rede war, dürfe man seiner Meinung nach nicht so eng sehen.

Wie eng es für den AfD-Kreisverband am Ende dann aber doch wurde, zeigt die Löschung des Beitrages: Die Diskussion wurde beendet, indem der Beitrag einfach entfernt wurde.

Die Debatte sei irrelevant gewesen, sagt Ostrowski. Die Fragenden hätten es nur auf Kritik abgesehen, nicht auf das "eigentliche Thema". "Solche Menschen wollen wir nicht auf unserer Facebook-Seite haben."


Gerechtigkeit

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