Bild: dpa/Rainer Jensen; Montage: bento

Frauke Petry macht einen auf Donald Trump. Die Vorsitzende der "Alternative für Deutschland" will, dass sich mehr Menschen in Deutschland eine Waffe zulegen. "Viele Bürger fühlen sich zunehmend unsicher. Jeder Gesetzestreue sollte in der Lage sein, sich selbst, seine Familie und seine Freunde zu schützen", sagte sie in einem Interview mit den Samstagszeitungen der Funke Mediengruppe (Das Interview unter anderem bei der "WAZ").

Es sei "kein Grund zur Besorgnis", wenn Bürger sich bewaffneten. Denn:

"Wir alle wissen, wie lange es dauert, bis die Polizei, gerade in dünn besiedelten Gebieten, zum Einsatzort gefahren kommt"
Frauke Petry

Mit dem Kurs orientiert sich Frauke Petry am republikanischen US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Trump spricht sich in seinem Wahlkampf für das Recht auf Waffentragen aus. Vor einigen Wochen empfahl er Anhängern indirekt, auf die Gegenkandidatin Hillary Clinton zu schießen (bento I).

Kritiker sagen, dass das Tragen von Waffen aber nicht zu mehr Schutz, sondern zu mehr Gewalt führt. In den USA gab es in diesem Jahr bereits mehr als 9000 Todesopfer durch Schusswaffen (Gun Violence Archive), im gesamten Jahr 2015 kamen mehr als 13.000 Menschen ums Leben (BBC).

Ähnlich wie Trump argumentiert nun auch Petry für Deutschland:

Der Staat hätte die Polizei "systematisch kaputtgespart" und sein Gewaltmonopol "stellenweise verloren". Das deutsche Waffenrecht dürfe daher auf keinen Fall verschärft werden. Dies würde "die anständigen Bürger treffen – und nicht diejenigen, die sich Waffen im Darknet beschaffen."

Mit "Darknet" spielt Petry auf den Amoklauf Mitte Juli in München an: Ein 18-Jähriger hatte an einem Freitagnachmittag neun Menschen getötet – die Waffe dazu kaufte er im Netz (bento II). Bei den Amokläufen 2002 in Erfurt und 2009 in Winnenden hingegen starben die Opfer durch "legale Waffen".

Seit diesen Fällen wird immer wieder über eine Verschärfung des Gesetztes diskutiert. Und trotzdem: Mehr als sechzig Menschen sind seit März 2009, also dem Datum des Amoklaufs von Winnenden, mit Waffen von Sportschützen getötet worden. ("Die Zeit")

Unter anderem der Münchner Amoklauf – und die allgemeine Angst vieler Deutscher vor Flüchtlingen – führten dazu, dass sich deutlich mehr Deutsche bewaffnen. Die Zahl der kleinen Waffenscheine stieg im ersten Halbjahr bundesweit um fast 50 Prozent auf 402.000 (SPIEGEL ONLINE). Der kleine Waffenschein erlaubt den Besitz von Schreckschusswaffen und Reizgas.

Mit Blick auf die Zahlen wirken Frauke Petrys neue Aussagen wie ein Appell für mehr Bewaffnung.

Bereits im Januar hatte die AfD-Chefin gesagt, an Grenzen seien Schüsse auf Flüchtlinge eine "Ultima Ratio". Später fühlte sie sich falsch verstanden.

Das betont sie auch jetzt erneut im Interview: "Das Interview [wurde] nachträglich als journalistisch inakzeptabel eingestuft und wohl mit dem Zweck geführt, eine skandalisierbare Aussage von mir zu erhalten." Wahrscheinlich kann sie das schon bald auch über das neue Interview behaupten.

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Kino-Schmuggeln für Profis: Was haben diese Mädels im Bauch?

Wer hungrig ins Kino geht, kann heutzutage schnell arm werden. Besonders in größeren Ketten werden für ein wenig Popcorn, Schoki und Getränke schnell bis zu 20 Euro fällig. Pro Person, wohlgemerkt. Und gesund ist das Essen auch nicht.

Eine Gruppe von 18-jährigen Freundinnen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien hatten deshalb eine geniale Idee: Sie schmuggelten einen Snack mit in den Film, der sowohl satt macht, den Durst stillt und auch noch gesund ist.

Aber seht selbst: