Bild: Michael Ohms

Nathan hat sich dem Kampf gegen die AfD verschrieben. Er geht auf Demos, entlarvt die rechtspopulistische Partei auf einem Blog und besitzt die Domain "Wir-sind-afd.de". Hier sammelt der 25-jährige Softwareentwickler rassistische Äußerungen von AfD-Mitgliedern.

Wie kam es dazu?

Vor gut zweieinhalb Jahren hat Nathan zum ersten Mal einen Stammtisch der AfD in Heidelberg besucht, erzählt er. Nicht weil er mit der AfD sympathisiert, sondern er wollte sich anschauen: Wie rechts ist die Partei wirklich?

Die Mitglieder des Stammtisches erzählten damals, dass sie die Domain "Wir-sind-afd.de" für sich nutzen und ihre Arbeit präsentieren wollten. Doch Nathan drehte den Spieß einfach um.  

Ich finde es wichtig, der Partei zu zeigen, dass sie mit ihrer menschenverachtenden Gesinnung in einer offenen Gesellschaft nicht willkommen ist.
Er sicherte sich die Domain und zeigt seitdem die rassistischen Aussagen von Parteipolitikern wie Björn Höcke, Beatrix von Storch oder Alexander Gauland: 
(Bild: wir-sind-afd.de)
Es ging mir darum, zum Nachdenken über diese Partei anzuregen.
Nathan

Seine Botschaft kam an: "Ich habe viele Zuschriften bekommen, viele waren schockiert über die Deutlichkeit der AfD, ihren Rechtspopulismus", sagt Nathan. Aber es habe auch die gegeben, die meinten, die Zitate seien einfach aus dem Kontext gerissen worden.

Während sich AfD-Gegner bestätigt fühlten und Anhänger provoziert, zog die AfD selbst vor Gericht:

Im April 2017 erhielt Nathan eine Abmahnung von den Juristen der Partei, Unterlassungserklärung inklusive.

Die Zitate auf der Website sind nicht das Problem, sondern der Name.

Denn: Die Partei behauptet, dass Nathan ihren Namen missbraucht und sich als AfD ausgibt. Doch statt seine Seite aufzugeben, entschied sich der Software-Entwickler, den Rechtsstreit vor Gericht auszutragen

"Ich schätze die Menschen der Partei so ein, dass sie gerne laut schreien, unabhängig davon, ob sie im Recht sind, oder nicht", sagt Nathan. 

Vergangene Woche wurde das Urteil verkündet: Nathan hat den Rechtsstreit verloren und muss nun die Kosten von rund 9.500 Euro alleine tragen.

Der Richter entschied, dass Nathan außer der Abmahnung in Höhe von 1.500 Euro auch die Verfahrenskosten von 8.000 Euro tragen müsse. Nathan sagt: 

Ich habe schon erwartet, dass ich den Rechtsstreit verliere. Das Urteil war aber trotzdem ein Schlag in die Magengrube.
Das hat Nathan dazu auf Twitter veröffentlicht: 

Nathan überlegte sich, wie er das finanzieren soll. Zusammen mit seiner guten Freundin Julia startete er eine Crowdfunding-Kampagne.

"Ich habe ihn ermutigt: 'Mach das, irgendwie treiben wir die Kohle schon auf!'", sagt Julia. 

Auch im Bekanntenkreis baten die beide um Hilfe. 

Am Dienstag startete Julia die Spendenaktion: 
Zwei Tage später haben die beiden schon 17.000 Euro gesammelt.

Die Prozesskosten sind also schon gedeckt. Das Plus an Spenden wird halbiert, Nathan möchte das Geld an die Organisation "Sea Watch" und an den Verein "Flüchtlingspaten Syrien" spenden.

Es macht Mut, mit dem Kampf gegen die AfD weiterzumachen.
Nathan über die Crowdfunding-Aktion
In Berufung gehen wäre aber auch eine Option, sagt der 25-Jährige.

"Wir haben uns da noch nicht endgültig entschieden, das hängt auch ein bisschen davon ab, wie viel Geld durchs Crowdfunding noch zusammenkommt", erklärt Nathan. Die Aktion ist noch drei Wochen online.

"Wenn wir 20.000 Euro gesammelt haben, ist das das Zeichen dafür, dass eine Berufung machbar wäre", sagt Julia.

Nathan geht es nicht allein um seine eigenen Finanzen. Seine politisches Engagement auf seiner Website und das Crowdfunding haben ihn gelehrt, dass er offenbar nicht der Einzige ist, der diese Partei nicht einfach machen lassen will. Viel wichtiger, als die Prozesskosten, ist für ihn: 

Es schadet nicht, wenn jemand der AfD ans Bein pisst.

Anmerkung der Redaktion: Am Freitag lag die Spendensumme bereits bei 26.000 Euro.


Today

Gigi Hadid wehrt sich: "Ich bin krank – also hört auf, mein Gewicht zu kommentieren"

Ständige Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Herzrhythmusstörungen und Gewichtsschwankungen. Das sind nur einige Symptome, mit denen Menschen zu kämpfen haben, die am Hashimoto-Syndrom erkrankt sind. 

Auch das Model Gigi Hadid leidet unter dieser Stoffwechselkrankheit. Bei ihr äußert sich die Erkrankung besonders durch starke Gewichtsschwankungen. Im Netz wird Hadid für das Auf und Ab ihres Gewichts immer wieder kritisiert: Mal sei zu dick, dann wieder zu dünn.