Was sagen die Menschen in Polen zur Abtreibungsdebatte?

Sie rebellierten, sie siegten: Zehntausende Frauen und Männer haben mit ihren massiven Demonstrationen in Polen ein strengeres Abtreibungsgesetz verhindert. (bento)

Doch es ist nur ein kleiner Sieg. Denn auch ohne das neue Gesetz sind Abtreibungen in Polen praktisch verboten. Ausnahmen gibt es nur bei einer Vergewaltigung, nach Inzest, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, und wenn das ungeborene Baby eine schwere Behinderung oder unheilbare Erkrankung hat. Jetzt sollten Abtreibungen nur noch erlaubt sein, wenn akute Lebensgefahr für die Mutter besteht – so wollten es die Kirche und die nationalkonservative Partei.

Nun reichte der öffentliche Druck aus, um das Verbot zu verhindern. Aber reicht er auch, um das bestehende Gesetz zu modernisieren?

Was wünschen sich junge Frauen von der Politik? Und wie stehen Männer dazu? Wir haben mit vier jungen Menschen aus Polen gesprochen.
Kasia, 24, studiert Marketing und Logistik in Warschau
Kasia, 24(Bild: Privat)
Ich bin froh, dass die Verschärfung nicht kommt. Mich regt die Debatte um unser Abtreibungsgesetz auf, weil mein Geschlecht als politisches Mittel missbraucht wird. Männer hatten bei dieser Gesetzesinitiative das Sagen. Und die wissen nun mal nichts über den weiblichen Körper.
Das Bild, das unser Land nach Außen abgibt, ist konservativ, rückwärts gewandt und vor allem streng katholisch. Die Diskussionen jetzt haben dieses Image wahrscheinlich noch einmal verstärkt. Wir brauchen noch mehr Menschen, die für ihre Rechte und die Freiheit kämpfen – und Medien, die das transportieren.
Auch durch die ländlichen Regionen Polens muss ein Ruck gehen. Frauen in der Stadt sind sexuell viel aufgeklärter als auf dem Land. Ich glaube trotzdem nicht, dass unser jetzt schon strenges Abtreibungsgesetz gelockert wird.

In der Slideshow: Das denken junge Polen

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Karol, 32, ist Dozent für Politikwissenschaft in Breslau
Karol, 32(Bild: Privat)
Auch wenn das Gesetz nun nicht kommt, wir haben ein Problem in unserer Demokratie. Frauen sind absolut unterrepräsentiert. Öffentliche Diskussionen werden von Männern dominiert, die meisten gehören der katholischen Kirche an.

Wir Männer haben aber kein Recht dazu, über die Körper der Frauen zu entscheiden – speziell was Abtreibungen angeht. Ich fühle mich von der Diskussion berührt, auch wenn ich ein Mann bin. Ich will es nicht akzeptieren, dass die Freiheitsrechte der Frau schon mit dem aktuellen Gesetz so beschnitten werden.

Chauvinismus und Frauenhass sind in der polnischen Gesellschaft häufig verankert. Auch das stört mich an der aktuellen Debatte.

Die Regierung hatte Angst vor der landesweiten Bewegung, wir müssen weiter kämpfen. Ich hoffe, dass sich noch mehr Männer und Frauen anschließen.
Katarzyna, 33, lebt in Breslau
(Bild: Privat)
In Polen haben wir bereits ein striktes Abtreibungsverbot seit 1993, darauf wurde jedoch nicht gehorcht. Frauen können nicht auf die Unterstützung des Staates setzen. Darum gibt es geheime Abtreibungen und auch Abtreibungstourismus in andere europäische Länder.
Diese Situation ignoriert die Regierung komplett.
Sich für oder gegen eine Abtreibung zu entscheiden, ist schwierig. Nur die Frauen selbst sollten die Entscheidung treffen. Ich würde mir in Polen eine Diskussion über bessere medizinische Beratung von Frauen und einen besseren Sexualkundeunterricht an Schulen wünschen.
Tomasz, 21, Software-Entwickler aus Krakau
(Bild: Privat)
Ich unterstützte Abtreibungen nicht. Egal, ob nun das alte Gesetz bestehen bleibt oder ein strikteres gekommen wäre: Wer entschlossen ist, eine Abtreibung vorzunehmen, wird es so oder so tun. Aber, die die nicht fest entschlossen sind, wären vielleicht durch das neue Verbot gestoppt worden – mit dem Wissen, sie könnten sich strafbar machen.
Ein Kampf gegen Abtreibung ist aber auch falsch. Wir sollten lieber propagieren, dass es wichtig ist, junges Leben zu retten. Wir sollten das Adoptionsgesetz anpassen, sodass mehr und mehr Paare Kinder adoptieren können.
Es ist schwer zu verstehen, dass Frauen die Debatte um das Gesetz so persönlich genommen haben. Es geht um ein sensibles Thema, aber wir sollten in Ruhe darüber diskutieren.
Das jetzige Gesetz finde ich nicht streng. Auch wenn ich Abtreibung nicht unterstütze, eröffnet es immerhin die Möglichkeit, in schlimmen Krankheitsfällen abzutreiben.


Haha

Die USA haben ein Problem mit Horror-Clowns und es ist wirklich gruselig
Und wir meinen nicht American Horror Story.

Wer momentan in den Vereinigten Staaten nach Einbruch der Dunkelheit nach draußen geht, wird eventuell zu Tode erschreckt. Denn was dort in manchen Gegenden vor sich geht, könnte dem Drehbuch eines Horrorfilms entsprungen sein:

Erwachsene Menschen verkleiden sich als Clowns, stehen in der Dunkelheit herum, jagen Menschen durch Wälder oder locken kleine Kinder in ihre Nähe.