Bild: dpa/Patrick Seeger
Und schickt der afghanischen Regierung Geld, damit sie gut ankommen.

Afghanistan ist nach Meinung der deutschen Regierung wieder ein sicheres Herkunftsland – deshalb sollen nun immer mehr Flüchtlinge in ihre alte Heimat zurückgebracht werden.

Eine erste Sammelabschiebung startet am Montag mit einem Flieger von Frankfurt nach Kabul. Das bestätigte das Innenministerium dem SPIEGEL. Demnach sollen insgesamt 50 Flüchtlinge zurückgeschickt werden. Für Anfang Januar ist die nächste Maschine nach Afghanistan geplant.

In der afghanischen Hauptstadt werden die gescheiterten Flüchtlinge zunächst von lokalen Behörden aufgenommen und sollen dann in ihre Heimatregionen zurückkehren – wenn diese als halbwegs sicher gelten.

Der Krieg in Afghanistan

Afghanistan wurde in seiner Geschichte immer wieder von fremden Ländern angegriffen, islamische Kämpfer verschiedener Herkunft haben sich als Rebellen formiert. Aus ihnen sind die Taliban entstanden, eine radikale Miliz, die die afghanische Bevölkerung unterdrückt. Auch das Terrornetzwerk Al-Qaida hat sich in Afghanistan festgesetzt.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 marschierte ein von den USA geführtes Nato-Bündnis in Afghanistan ein und stürzte das Taliban-Regime. Auch die deutsche Bundeswehr ist an dem Einsatz beteiligt. Nach wie vor ist die Lage im Land chaotisch, Islamisten verüben immer wieder schwere Anschläge. Mehr als 104.000 Menschen kamen seit 2001 ums Leben. Mehr zu Afghanistan auf bento.

Wie sicher ist Afghanistan heute?

Nicht wirklich sicher. Die USA haben sich weitestgehend zurückgezogen – seit 2008 wurde die Hälfte der Soldaten abgezogen, 5500 US-Soldaten sollen 2017 noch stationiert bleiben ("New York Times"). Die Bundeswehr beteiligt sich mit knapp 1000 Soldaten. Alle werden nur noch als "regionale Unterstützer" eingesetzt. Wichtig sind jetzt vor allem die etwa 350.000 afghanischen Sicherheitskräfte (Bundeswehr).

Dort, wo die Soldaten sich zurückziehen, kehrt oft Chaos zurück:

  • Große Teile des Landes sind wieder unter Kontrolle der radikal-islamistischen Taliban. Regelmäßig verüben sie Anschläge, zuletzt auch auf das deutsche Konsulat in Masar-i-Scharif (tagesschau.de I).
  • Regionale Warlords und eine chaotische Regierung beherrschen das Land mit Willkür und Folter.
  • Vor allem Frauen werden zusätzlich unterdrückt. Auch Menschenrechtler müssen vielerorts um ihre Sicherheit führten (Uno).
Warum schiebt Deutschland dann trotzdem ab?

Dahinter steckt ein Deal zwischen der Europäischen Union und Afghanistan. Afghanistan braucht Geld, Europa will weniger Flüchtlinge – also erhält die afghanische Regierung Finanzspritzen für den Ausbau ihres Landes und verpflichtet sich, Rückkehrer sicher zu integrieren.

Deutschland erklärte sich in dem Zusammenhang dazu bereit, bis 2020 1,7 Milliarden Euro für Entwicklung und Wiederaufbau in Afghanistan bereitzustellen. Vor allem soll ein spezielles Ankunftsterminal am Kabuler Flughafen gebaut werden – nur für zurückgeschickte Flüchtlinge. (tagesschau.de II)

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Endlich! Kurz vor Weihnachten gibt's neue Pokémon bei Pokémon Go

Die erste News: "Pokémon Go" gibt es noch. Die zweite News: Jetzt auch mit neuen Monstern.

Niantic hat, nach vielen Patches, pünktlich zu den Feiertagen das erste große Update des Spiels herausgebracht (Niantic). Im Paket enthalten sind neue Pokémon wie Togepi und Pichu, sowie ein spezielles Feiertagsgimmick – Pikachu lässt sich noch bis zum 29. Dezember mit Weihnachtsmütze fangen.

Das Update soll natürlich vor allem neues Geld in die Kassen von Niantic spülen: Die neuen Baby-Monster sind ausschließlich in Eiern zu finden, und die zum Ausbrüten benötigten Inkubatoren müssen Spieler für bares Geld kaufen.