Bild: dpa / Sebastian Willnow
Zum Glück, denn die Protestierenden hatten recht.

Eine versuchte Abschiebung im nordhessischen Witzenhausen hat in der Nacht zu Montag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Anwohnern geführt. 

Dabei wurden 20 Protestierende und mehrere Beamte verletzt. (Frankfurter Rundschau)

Was ist geschehen?

Ein 27-jähriger Syrer wurde nachts von der Polizei in seiner Wohnung festgenommen, die Anwohnerinnen und Anwohner des Hauses stellten sich den Einsatzkräften daraufhin in den Weg und protestierten lautstark gegen die Abschiebung. Als der Syrer zum Polizeiwagen gebracht werden sollte, eskalierte die Lage. 

Die Demonstrierenden riefen weitere Unterstützung zusammen, auch die Polizei orderte Verstärkung

Rund 60 Protestierende sollen an der Aktion beteiligt gewesen sein.

Sie umzingelten zwei Streifenwagen der Polizei, hinderten sie am Wegfahren. Ein Demonstrant soll sich an ein Polizeiauto gekettet haben. 

Laut der Pressemitteilung der Polizei wurden Pfefferspray und ein Schlagstock genutzt, um den Weg freizumachen. Die Protestierenden sollen die Polizei mit Steinen beworfen haben, was die Bürgerinitiative "Arbeitskreis Asyl" dementiert.

Der 27-Jährige wurde kurze Zeit nach seiner Festnahme wieder freigelassen, seine Anwältin hatte dies mit einem Eilverfahren erwirkt.

Der Syrer hätte eigentlich nicht abgeschoben werden dürfen.

Seine Abschiebung nach Bulgarien wurde zwar 2017 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschieden. Das Verwaltungsgericht Kassel entschied aber, dass Abschiebungen nach Bulgarien aufgrund der "systemischen Mängel" im Land nicht zu vertreten sei. Scheinbar wurde dieser Beschluss allerdings nicht in die Akte des Syrers eingetragen, schreibt die HNA.

Der junge Mann soll laut HNA-Bericht gut in die hessische Gemeinde integriert sein: Er sei im Sportverein und habe schnell Deutsch gelernt, im Januar 2018 habe ihn die Witzenhäuser Feuerwehr aufgenommen

Er lebt seit 2015 in Deutschland. 


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Der Polizist, der nicht schoss – und die Amokfahrt von Toronto unblutig beendete

Im kanadischen Toronto ist am Montagnachmittag (Ortszeit) ein Lieferwagenfahrer in eine Menschenmenge gerast. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben, 15 weitere wurden bei der Fahrt in einem Geschäftsviertel verletzt. 

Die Amokfahrt erschreckt Kanada – doch ein Polizist konnte noch Schlimmeres verhindern. Indem er besonnen reagierte.

Im Internet kursiert das Video eines Augenzeugen, das Berichten zufolge die Festnahme des mutmaßlichen Täters zeigt. Darin ist zu sehen, wie der Fahrer mit einem Gegenstand in Richtung eines Polizisten zeigt und dabei "Töte mich!" sowie "Schieß' mir in den Kopf!" ruft.