Es ist schon hart. Spätestens seit MeToo und der daraus entstandenen Debatte um Frauenrechte und Gleichbehandlung beschweren sich Frauen immer mehr darüber, wenn sie von Männern angegangen werden. Und die armen Männer wissen nicht mal mehr, wie sie Frauen ansprechen dürfen! So zumindest der Tenor in vielen Kommentaren und Artikeln. 

Auch Donald Trump hat das schon festgestellt. Als sein Richter-Kandidat Brett Kavanaugh sich Missbrauchsvorwürfen stellen musste (bento), bemerkte Donald Trump: "It's a very scary time for young men in America." (Hier das Video mit dem Zitat von New York Times)

Das tut auch Lynzy Lab Leid. Und darum hat sie einen Song darüber geschrieben.

Der Song "A Scary Time" von Lynzy Lab zeigt, für wen es eigentlich eine beängstigende Zeit ist.

Nämlich immer noch für Frauen.

Worum geht es in dem Song?

Lynzy Lab ist Tänzerin und Sängerin aus Texas. Sie singt in ihrem Song darüber, was Frauen im Alltag alles zu ihrer Sicherheit bedenken müssen – und Männer nicht. Und das ist Männern oftmals nicht einmal klar.

So singt sie Zeilen wie "Ich kann nicht in eine Bar gehen ohne einen Aufpasser", "Ich kann nach 19 Uhr keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen" oder "Ich kann nicht in den Club gehen, um einfach nur mit meinen Freunden zu tanzen".

Denn leider sind das alles Situationen, in denen immer wieder Frauen von Männern bedrängt werden. 

"Ich kann meinen Drink niemals unbeaufsichtigt lassen", "Ich kann nicht alleine in einer Wohnung im Erdgeschoss wohnen" oder "Ich kann nicht ernst genommen werden, wenn ich meine Tränen zurückhalte".

Aber sicher, es ist eine beängstigende Zeit für Jungs...

Dass das Lied so fröhlich klingt und sie beim Singen des Liedes lächelt, gibt der Ironie in dem Ganzen nochmal das gewisse Extra.

Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung kann bei Anstarren beginnen, sie reicht von anzüglichen Bemerkungen, Belästigungen per Telefon oder Internet, Stalking, unerwünschten Berührungen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen, einer Vergwaltigung. Eine von drei Frauen hat seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Europäischen Grundrechteagentur aus dem Jahr 2014. Demnach wurde einer von fünf Frauen nachgestellt, und jede zweite Frau war mit einer oder mehreren Formen der sexuellen Belästigung konfrontiert. 42.000 Frauen aus 28 Mitgliedstaaten der EU wurden dazu befragt.

Und Lynzy scheint nicht die einzige zu sein, die Trumps Einschätzung einer "furchteinflößenden Zeit" nicht teilt: Seitdem die Facebook-Seite "NowThis" am Montag ihren Song teilte, wurde er schon über 19 Millionen mal aufgerufen und mehr als 518.000 mal geteilt.

Das Video beendet Lynzy übrigens mit einer Aufforderung: "Geht wählen", sagt sie, und meint damit die kommende US-Wahl der Senatsmitglieder und des Repräsentantenhauses am 6. November – eine Gelegenheit, zu zeigen, dass man Donald Trump und seinen Ansichten eben nicht einverstanden ist.


Today

Die Abschaffung der Zeitumstellung stößt jetzt wohl doch auf Widerstand
Woran der Plan scheitern könnte

Es klang schon fast wie abgemacht: Eine Umfrage der EU hat ergeben, dass eine deutliche Mehrheit dafür wäre, die Zeitumstellung abzuschaffen (bento). EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat sogar schon einen Gesetzesvorschlag mit einem Zeitplan vorgelegt (bento). Doch einige EU-Länder haben offenbar noch Bedenken.

Was ist passiert?

Wie das Online-Magazin "Politico" unter Berufung auf Aussagen von Diplomaten berichtet, kritisierten verschiedene Mitgliedsstaaten, dass noch zu viele Details nicht geklärt seien und der Zeitplan für die Abschaffung der Zeitumstellung so kaum einzuhalten sei.

Am 29. und 30. Oktober treffen sich die für das Thema zuständigen EU-Verkehrsminister. Dort könnte sich ein klareres Meinungsbild ergeben.

Wie sah der Zeitplan von Juncker denn aus?

Nach den Plänen Junckers sollten die EU-Bürger im März 2019 das letzte Mal die Uhr umstellen müssen. Voraussetzung für diesen Zeitplan ist natürlich, dass das Europaparlament und die EU-Staaten dem Vorschlag der EU-Kommission auch bis spätestens März 2019 zustimmen.  In etlichen Hauptstädten laufen die Beratungen dazu noch. 

Die Staaten sollen dann selbst entscheiden, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollten. 

Laut EU-Kommissarin Violeta Bulc tendieren Portugal, Zypern und Polen bisher zur Sommerzeit und Finnland, Dänemark und die Niederlande eher zur Winterzeit. Griechenland habe bisher als einziges EU-Land signalisiert, die Zeitumstellung beibehalten zu wollen. Allerdings hat sich bisher kein Land endgültig entschieden. (SPIEGEL ONLINE)

Mit Material von dpa