Bild: Kay Nietfeld/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

Wenn du heute Abend unterwegs bist, könnte es sein, dass dir Kerzen auffallen, die auf Gehsteigen und vor Hauseingängen stehen. Manchmal liegen auch Blumen daneben. Viele Anwohnerinnen und Anwohner stellen heute Grabkerzen oder Teelichter in kleinen Gläsern nach draußen. Aber nicht irgendwohin – sondern nur an ganz bestimmte Stellen.

Warum stehen in manchen Städten am 9. November Kerzen auf den Straßen?

Heute ist der 9. November an diesem Tag jährt sich die Reichspogromnacht zum achtzigsten Mal. Eine Nacht der Barbarei, in der Juden attackiert, getötet und verschleppt wurden. Deshalb stellen Menschen heute Lichter neben die Stolpersteine im Gehweg, die an diejenigen erinnern sollen, die durch den Nationalsozialismus ihre Wohnungen und Besitztümer, ihre Familien und ihre Leben verloren.

Die Stolpersteine hast du bestimmt schon oft gesehen. Es sind die messingfarbenen Gedenktafeln in Größe und Form eines Pflastersteins, die im Boden neben anderen Steinen verlegt werden. Ursprünglich waren die Steine ein Kunstprojekt. Inzwischen liegen sie überall in Deutschland und 21 weiteren Ländern Europas. (Stolpersteine

(Bild: Kay Nietfeld/dpa)

Auf den Steinen stehen Name, Geburtsjahr, Deportationsjahr und -ort sowie das Schicksal des Menschen, dem der Stein gewidmet ist. Die Stolpersteine findet man vor allem vor Wohnhäusern in denen Jüdinnen und Juden, aber auch andere Menschen gelebt haben, die daraus vertrieben wurden oder fliehen mussten.

In manchen Städten finden deshalb am 9. November Mahnwachen statt. In Hamburg treffen sich zum Beispiel bei Einbruch der Nacht Menschen, um an die Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung zu erinnern. In Berlin kann man heute und morgen an öffentlichen Führungen teilnehmen. Dort werden Stolpersteine gereinigt und Blumen niedergelegt. In Stuttgart findet ebenfalls eine Mahnwache statt, bei der die Steine geputzt werden.

Was genau ist in der Reichspogromnacht geschehen?

  • Am 7. November erschoss ein siebzehnjähriger Jude einen deutschen Diplomaten, um auf die Deportation polnischer Juden aufmerksam zu machen. Unter den Deportierten waren auch die Eltern des jungen Mannes.
  • Die NS-Führung nutzte daraufhin das Attentat als einen Vorwand für Gewalt gegen Jüdinnen und Juden. Die Parteizeitung der NSDAP schieb am 8. November, dass ganze Ladenstraßen von der jüdischen Bevölkerung "beherrscht" würden.
  • Am 9. November hielt der Propagandaminister Joseph Goebbels eine Rede, in der er sagte, dass sie Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung nicht entgegengetreten würden.
  • Die Staatspolizei wurde angewiesen, nicht in die Ausschreittungen einzugreifen, sondern nur Plünderungen zu verhindern. Brände sollten nur gelöscht werden, um umliegende Gebäude zu schützen.
  • Die Staatspolizei sollte außerdem so viele Jüdinnen und Juden festnehmen wie möglich.
  • In der Nacht kam es zu zahlreichen gewaltsamen Übergriffen gegen die jüdische Bevölkerung.
  • Während dieser Übergriffe wurden 91 Menschen ermordet
  • 30.000 Juden wurden in den folgenden Tagen verhaftet und in Konzentrationslager deportiert. 
  • 1200 Synagogen und Gebetshäuser wurden niedergebrannt und 7500 Geschäfte zerstört.
  • Von der jüdischen Bevölkerung wurde außerdem eine Strafe von einer Milliarde Mark eingefordert. Alle Schäden sollten von ihnen selbst behoben werden. (Bundeszentrale für politische Bildung)

Und was bedeutet "Reichspogromnacht"?

Die Nacht des 9. Novembers wurde früher auch Reichskristallnacht genannt. Der Name leitet sich von den überall herumliegenden Glasscherben der zerstörten Wohnungen, Häuser, Büros oder Synagogen ab. Der Begriff wird mittlerweile aber als verharmlosend kritisiert. (lpb-bw

"Reichspogromnacht" soll ihn deshalb ersetzen. Ein "Pogrom" steht für eine gewaltsame Ausschreitung gegen eine Minderheit. Der Begriff kommt aus dem Russischen und bedeutet "Massaker" oder "Verwüstung". (bpb

"Liebe AfD, Juden brauchen euren Schutz nicht":


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Danke für die Info, "The Voice" – aber müssen wir echt wissen, wann eine Kandidatin das erste Mal Sex hatte?

Amanda Jakucs sang bei "The Voice of Germany" am Donnerstagabend eine langsame Version von Kygos "Stargazing", und man merkte gleich: Amanda kann verdammt gut singen. Allerdings erfuhren wir in der Sendung noch mehr über sie: zum Beispiel, dass sie vor drei Monaten zum ersten Mal Sex hatte.

Äh...okay?!

Die Spots, in denen die Kandidatinnen und Kandidaten vor dem Singen vorgestellt werden, sind im Laufe der "Voice of Germany"-Staffeln immer länger geworden. Inzwischen werden die Kandidaten außerdem regelmäßig von Lena oder Thore zu Hause oder beim Sportkurs überrascht, ihre Familien werden ausgiebig interviewt, ihre Arbeitsplätze gefilmt. Amandas Vorstellungsvideo wurde jedoch noch ein ganzes Stück intimer.