Diese jungen Leute sind unsere Vorbilder

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen euch 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Wir freuen uns darauf!

1 Ali Can, 25

Ali Can startete den Hashtag #MeTwo, Tausende erzählten ihre Geschichte über Alltagsrassismus. Nun will Can in Essen ein Haus der Begegnungen aufbauen, in dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen – und friedlich diskutieren. Wie das genau aussehen soll, hat er Katharina Hölter erzählt.

2 Edin Hasanović, 26

Dieses Jahr moderierte Edin Hasanović den Deutschen Filmpreis und setzte ein Statement gegen Ausländerfeindlichkeit. Gerade dreht der Schauspieler eine neue Serie für Netflix und hat Selma Zoronjić erzählt, was sich in seinem Leben ändern soll.

3 Julia Komp, 29

In der Spitzengastronomie sind Köchinnen leider noch die absolute Ausnahme – Julia Komp zeigt, dass es auch anders geht: Sie ist Deutschlands jüngste Sterneköchin. Im kommenden Jahr will sie ein neues Restaurant eröffnen. Wie das aussehen soll, hat sie Susan Barth verraten.

4 Marie Nasemann, 29

Im Terminkalender ist kaum eine Lücke: Marie Nasemann arbeitet als Schauspielerin, Model – aber vor allem bloggt sie über nachhaltige Mode. Sie zeigt uns, auf welche Label wir beim Shoppen achten müssen. Im nächsten Jahr will sie mehr "sein" und weniger "machen", sagt sie im Interview mit Simon Schröder.

5 Firas Alshater, 27

(Bild: dpa / bento)

Auf YouTube erklärt Firas Alshater Geflüchteten, wie sie diese Deutschen besser verstehen lernen. Deutschen erklärt er wiederum, wie eigentlich diese Geflüchteten ticken. Er selbst flüchtete aus Syrien und zeigt, dass Integration gelingen kann. Marc Röhlig hat mit ihm gesprochen.

6 Nemi El-Hassan, 24

(Bild: Ulrike Delfs / bento)

Als Frau mit Kopftuch von einem Rechtsrockfestival berichten? Nemi El-Hassan hat sich getraut. Dabei ist ein aufwühlender Videobeitrag entstanden. Auch im nächsten Jahr hat Nemi El-Hassan viel vor. Sie will sich näher mit "Glück" beschäftigen. Sebastian Maas hat sie gefragt, was das für sie bedeutet.

7 Felix Finkbeiner, 21

Felix Finkbeiner hat sich nichts geringeres vorgenommen, als den Klimawandel aufzuhalten – indem er Bäume pflanzen lässt. Mittlerweile sind es Millionen. In diesem Jahr bekam er dafür das Bundesverdienstkreuz. Thembi Wolf hat mit ihm gesprochen.

8 Florian Pachaly, 22, und Fabian Eckert, 28

Wenn es nach den beiden Männern geht, dann gibt es in Zukunft keine Wegwerfbecher für Coffee-to-go mehr – statt dessen nur noch ihr eigenes System "Recup". Und die beiden sind zuversichtlich: sie expandieren und expandieren. Was das für sie bedeutet, haben sie Phil Göbel erklärt.

9 Zeina Nassar, 20

Dieses Jahr gewann die Boxerin aus Berlin die Deutsche Meisterschaft im Federgewicht. Dass Zeina Nassar mit Kopftuch kämpft, ist für sie eine Selbstverständlichkeit – für viele andere noch nicht. Das will sie ändern. Marc Röhlig hat sie erzählt, was sie so erfolgreich macht.

10 Sergio Carlos Quinones Maletti, 19

Der Abiturient aus Köln organsierte eine Klassenfahrt mit 200 Schülerinnen und Schülern. Das Ausflugsziel: der Hambacher Forst. Wie er seine Mitstreiter für den Klimaschutz begeisterte, erzählt er im Interview mit Thembi Wolf.

11 Larissa Rieß, 30

Bekannt durch einen Stammplatz im "Neo Magazin Royale" und Rollen in "Fack ju Göhte 3" oder "Jerks", erobert Larissa Rieß mit ihren DJ-Sets die Clubs. Sie setzt sich gegen Sexismus im Nachtleben ein und hat für 2019 vor allem ein Ziel: Bass-Musik in Deutschland populär machen. Wie das klappt, hat sie Alex Baur erzählt.

12 Sina Reisch, 24, von "Ende Gelände"

Ihre Vision: keine Energiegewinnung mehr aus Kohle. Um dieses Ziel zu erreichen blockieren die Aktivisten die Förderung im Hambacher Forst und bewegen Tausende Menschen zu Demonstrationen. Dieses Jahr war anstregend, erzählt Sina Reisch unserem Mitarbeiter Simon Schröder.

13 Meera Leilani Zaremba, 27, von "Mein Grundeinkommen"

Wenn jeder – egal ob Kassierer oder Managerin – einfach monatlich so viel Geld vom Staat bekommen würde, dass es zum Leben reicht, wäre unsere Welt dann eine bessere? Nach Ansicht der Aktivistinnen und Aktivisten von "Mein Grundeinkommen" ja. Warum das Konzept Zukunft haben könnte, erzählt Meera Zaremba unserer Autorin Hatice Kahraman.

14 Ruben Neugebauer, 29

Auf dem Mittelmeer sterben Tausende Menschen auf der Flucht. Während europäische Staaten wegschauen, rettet Ruben Neugebauer mit Sea-Watch Hilflose aus dem Wasser. Er wünscht sich, dass seine Arbeit bald überflüssig wird. Noch ist sie wichtiger denn je. Korinna Kurze hat mit ihm gesprochen.

15 Sara Nuru, 29

Sara Nuru kennen viele als Model – dabei ist sie auch Unternehmerin. Mit nuruCoffee importiert sie Kaffee aus Äthiopien, mit den Erlösen werden Mikrokredite speziell für Frauen finanziert. Was sich Sara Nuru für das kommende Jahr vorgenommen hat, erzählt sie Carolina Torres.

16 Marcel Danner, 29

Gerade erst wurde Marcel Danner zum Mister Gay Germany gewählt. Die Aufmerksamkeit nutzt er nun für eine wichtige Botschaft: Auch Homosexuelle sollen Blut spenden dürfen. Wie er das schaffen will, hat er Alex Baur erklärt.

17 Orry Mittenmayer, 26

Für viele sind Deliveroo und Foodora purer Luxus: Beim Lieblingsrestaurant bestellen, wann immer man möchte. Das Leben eines Lieferanten erstrahlt hingegen wenig glamourös: befristete Verträge, schlechte Bezahlung, kein Kündigungsschutz. Orry Mittenmayer hat sich gewehrt und einen Betriebsrat bei Deliveroo initiiert. Was daraus wurde, hat er Hanna Zobel erzählt.

18 Hannah Hübner, 30

Mit einer Plakatkampagne warb das Innenministerium bei Migranten und Geflüchteten für eine freiwillige Rückkehr. Hannah Hübner regte sich auf, startete eine Petition und forderte den Rücktritt von Innenminister Horst Seehofer. Hier erzählt sie Katharina Hölter von ihrem Termin im Ministerium.

19 Inka alias "Einfach Inka", 25

Sie ist YouTuberin, macht Podcasts und spricht offen und unterhaltsam über Sexualität und Dating. Für Tausende Menschen ist die 25-Jährige zur großen Schwester geworden, die Mut macht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Inka engagiert sich für Gleichberechtigung, Female Empowerment, Nachhaltigkeit und Tierschutz. Susan Barth hat mit ihr gesprochen.

👉 Auf wen freut ihr euch? Wir wollen von euch hören: von Vorbildern, Projekten und Initiativen. Schreibt uns an 💌 redaktion@bento.de

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Koordination: Katharina Hölter und Baha Kirlidokme. Interviews von Alex Baur, Carolina Torres, Hanna Zobel, Hatice Kahraman, Korinna Kurze, Marc Röhlig, Phil Göbel, Sebastian Maas, Selma Zoronjić, Simon Schröder, Susan Barth und Thembi Wolf. Video von Inken Dworak. Mitarbeit Steffen Lüdke und Moritz Barthoff.


Streaming

19 für 2019: Mit Edin Hasanović macht Fernsehen wieder Spaß
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit dem Schauspieler.

Den Schauspieler Edin Hasanović treffen wir im kommenden Jahr auf Netflix. Geboren wurde Hasanović ("Familie Braun", "You are wanted", "Nur Gott kann mich richten") zu Beginn des Bosnienkrieges in der Stadt Zvornik. Seine Mutter flüchtete mit ihm nach Berlin, wo er heute lebt. Seinen Vater verlor er im Krieg. 2016 erhielt Edin den "Goldene Kamera Nachwuchspreis", 2018 moderierte er den Deutschen Filmpreis. 

Dort setzte er ein klares Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit:

"Ein Flüchtling ist ein Mensch, der flüchtet. Es ist ein Zustand, es ist keine Identität. Klar, Integration geht in beide Richtungen, aber Menschen sind keine Probleme. Und hätte man mich damals nur als Problem wahrgenommen – und nicht nur mich, sondern auch meine syrischen, palästinensischen, bosnischen Freunde, meine Freunde aus dem Libanon, Irak, Serbien, Eritrea, Pakistan, Afghanistan – dann hätten wir es niemals geschafft, Ärzte, Lehrer, Anwälte, Informatiker, Mechaniker, Schauspieler oder sonst was zu werden."

Wir haben mit Edin Hasanović darüber gesprochen, was er sich für das kommende Jahr vorgenommen hat.