Bild: Imago/DeFodi
Es geht um einen Auftritt beim Asta-Sommerfestival an der Uni Paderborn.

Die Frau, die ich ficke, ist ein Neunziger Baujahr

Und weil ich so Erfolg bei den Frau'n hab

Ist Putzen und Blasen für heute ihr Auftrag

Solche und andere sexistische Songzeilen der 187 Strassenbande wollen Studierende, Professorinnen und Professoren der Universität Paderborn nicht auf ihrem Campus hören. Deshalb gehen sie jetzt gegen den Auftritt der Rapper auf dem Sommerfestival am 17. Mai vor – allen voran das Zentrum für Gender Studies und Lehrende der Sonderpädagogik. Auch eine Petition haben sie bereits gestartet.

Mit welcher Begründung?

Für die Rechten gehört es auch zu "ihrer Kultur", dass sie nationalistisch und rassistisch sind – aber die Universität unterstützt sie aus gutem Grunde nicht und bietet ihnen kein Podium. Das Argument, beim HipHop gehöre das Dissen zur "Kultur", kann aber ebenso wenig die gewaltförmige und verächtliche Rede über Frauen rechtfertigen – deshalb sollten auch solche Gruppen in der Universität kein Forum finden.

Das schreibt das Zentrum für Gender Studies auf seiner Seite und fordert, die 187 Strassenbande nicht auf dem Festival spielen zu lassen.

Auch die Sonderpädagogen äußerten sich in ihrem Blog:

Für eine Universität wirklich beschämend, guckt man sich mal die Texte der Band an: Die kleinen Nuttensöhne rappen arrogant / spucken große Töne, doch verstecken sich im Schrank / Ey, eure ganzen Schlampen fressen aus der Hand / geh und kauf ihr tausend Rosen, doch sie schmeckt nach meinem Schwanz (aus Millionär Lyrics).

Bei der Musik der 187 Strassenbande handle es sich nicht um Gangsterrap und auch nicht um künstlerische Freiheit.

Man protestiere nicht nur gegen "jede Art der Infragestellung von Lebensrecht, sondern auch ausdrücklich gegen jegliche Art der Infragestellung von Menschenwürde, gegen Rassismus und Diskriminierung".

Das Musikwissenschaftliche Seminar beteiligt sich mit einer Online-Petition ebenfalls an der Protestaktion.

"Wir fordern den AStA der Universität Paderborn auf: Distanzieren Sie sich in aller Deutlichkeit von den Inhalten der Texte und Auftritte von '187 Strassenbande'! Die Besucherinnen und Besucher des Sommerfestivals fordern wir auf, ihren Protest gegen den Auftritt von '187 Strassenbande' klar zum Ausdruck zu bringen", heißt es in der Petition, die bisher 632 Menschen unterzeichnet haben.


Gerechtigkeit

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